Spruchbänder: SC Freiburg e.V. – Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA

18/04/2025

In die nicht endende Kommerzialisierung des Fußballs reiht sich nun auch die neu reformierte Klub-WM der Männer ein. Das neue Turnierformat, das diesen Sommer seine Premiere feiert (während der Frauen-EM – WTF?), findet von jetzt an alle vier Jahre statt. 32 Teams spielen im gleichen Format wie bei der WM der Nationalmannschaften. Insgesamt eine Milliarde US-Dollar sind als Preisgeld ausgelobt, wovon bis zu 126 Millionen auf das Konto des Siegers wandern.
Spätestens wenn es ums Geld geht, fangen bekanntlich die Probleme an: Die Spitzenteams der jeweiligen nationalen Ligen (bei uns Bayern und Dortmund), die ohnehin schon über große Einnahmen verfügen, bekommen noch mehr. Die Lücke zu den restlichen Mannschaften wächst weiter und der Wettbewerb in den Ligen wird noch ungleicher. Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die in der ECA (European Club Association) organisierten „Top-Clubs“ und deren Vorstandsmitglied Aki Watzke die Hände reiben.
Äußerst pikant ist auch die Frage der Finanzierung. Woher kommt denn die ganze Kohle? DAZN soll der FIFA für die Übertragung der Spiele eine Milliarde bezahlt haben. Lustigerweise die gleiche Summe, mit der Saudi-Arabiens Staatsfonds zuvor Anteile an DAZN gekauft hatte. Kurz bevor das Problem der Finanzierung geklärt war, wurde die WM 2034 nach Saudi-Arabien vergeben. Wahrscheinlich alles nur Zufall…
Profitieren werden also nur Spitzenteams, Funktionäre und Verbände wie die FIFA und die ECA. Deshalb gab es beim Spiel gegen Watzkes BVB die klare Botschaft: Gegen eure Klub-WM! Watzke & ECA: Fuck off!


Bei der Drittliga-Partie zwischen dem SC Verl und Rot-Weiss Essen unterliefen der Schiedsrichterin Fabienne Michel (derzeit die einzige Frau, die Spiele in den Männer-Profiligen pfeift) einige Fehler. Ärgerlich, aber menschlich – genauso wie die oftmals folgenden Unmutsbekundungen aus der Kurve. Doch statt der üblichen Pfiffe und mehr oder weniger freundlichen Kommentaren zur Schirientscheidung, folgten aus dem RWE-Block sexistische Gesänge der untersten Schublade, die so ekelhaft sind, dass wir sie an dieser Stelle nicht zitieren wollen. Vielleicht lest ihr hierüber gerade zum ersten Mal, denn ein großer Aufschrei blieb aus. Weil es scheinbar normal ist, Frauen im Fußball aufgrund ihres Geschlechts auf ekligste Weise herabzuwürdigen. Weil es unendlich viele Vorfälle gibt. Weil zu viele Menschen diesen Zustand akzeptieren. Wir sagen daher deutlich: Maul auf GEGEN Sexismus! Solidarität mit Schiedsrichterinnen!