Erläuterung zum Boykott des Münchenspiels

28/04/2013

Einem SC Spiel bewusst fern zu bleiben fällt niemandem von uns leicht. Auch wenn es um das Spiel in München geht. Trotzdem fanden sich gestern 75 Fans im Fanprojekt ein und boykottierten das Spiel gegen Bayern. Weitmehr Fans bleiben Spielen in der Allianzarena schon seit geraumer Zeit fern. Den gestrigen Tag fanden wir abgesehen vom Spielergebnis sehr gelungen. Trotz wenig bis garkeiner Aufklärungsarbeit in Freiburg zum Thema Ticketpreise kamen Fans aus allerlei Fanlager zum Boykott zusammen.

An dieser Stelle nochmals etwas Theorie, was sich hinter dem Slogan „Fußball muss bezahlbar sein“ verbirgt und wieso wir gerade gegen den FC Bayern boykottieren.

In den letzten Jahren ist ein ganz klarer Trend von steigenden Eintrittspreisen im deutschen Profifußball spürbar. Gleichzeitig sinkt der Anteil der Einnahmen durch Eintrittskarten in den Bilanzen der Vereine bzw. Unternehmen ständig. Gelder werden durch Werbeeinnahmen, Pay-TV Erlöse und Ablösesummen generiert.

Für uns ist es nicht nachvollziehbar, dass die Clubs die Ticketpreise ständig erhöhen, Bearbeitungsgebühren berechnen und insbesondere die Aufteilung der Kontingente anders zuteilen. Gemeint ist hiermit, dass die Vereine immer weniger ermäßigte bzw. günstige Karten anbieten und diese mit teureren Kategorien ersetzen.

Das Ganze nun am Beispiel des FC Bayern München. Das Unternehmen erzielte in der Saison 2011/2012 einen Umsatz von über 373 Millionen Euro. Ein geringen Anteil hiervon machen die Ticketpreise aus. Die Allianzarena fasst über 70.000 Zuschauer, wovon gerade einmal knapp 14.000 Zuschauer die Möglichkeit haben zu einem Preis unter 20 Euro ein Spiel zu verfolgen. Für den Gästebereich bei Spielen des FC Bayern München werden lediglich 950 Stehplatzkarten vertrieben. Bei Vereinen wie dem SC Freiburg, verschwinden dann unserer Erfahrung nach eine Dunkelziffer an Karten an Sponsoren, Mitarbeiter, Bekannte und Privilegierte – zu denen auch wir teilweise gehören. So ist das auch bei vielen anderen Bundesligavereinen. Das Ergebnis ist, dass es nur sehr wenigen Fans ermöglicht wird, für einen sozialverträglichen Preis das Spiel zu besuchen. Gegen diese spürbare soziale Schere im Profifußball wollen wir uns stark machen.

Somit sehen wir den Boykott des Münchenspiels als Anstoß für eine langfristige und hoffentlich erfolgreiche Protestaktion. Wir finden es wichtig, dass dies von allen Fans toleriert wird. Ebenso sollte man bei diesem Thema jeden Fan respektieren, der einem Spiel des SC Freiburg nicht fern bleiben kann und will.

Der deutsche Bundesligafußball kann es sich leisten für ALLE erschwingbar zu sein – er muss es nur wollen!

Corrillo

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