Fans & Vereine: Gemeinsam weiter gegen Populismus!

12/12/2025

Die letzten Wochen dominierte der Protest gegen die Maßnahmen, die bei der Innenministerkonferenz in Bremen zur Debatte standen, unsere Spieltage.

Immerhin konnten bereits vor Beginn der IMK erste kleine Erfolge verzeichnet werden. Absurde Maßnahmen wie personalisierte Tickets, Gesichtsscanner sowie KI-Methoden an Stadioneingängen waren bereits vor Konferenzbeginn vom Tisch. Neben den Protesten der Fanszenen in den Stadien und auf den Straßen standen auch unsere Vereine in ungewohnter Geschlossenheit entschieden hinter uns und den Protesten. Wir erkennen das ausdrücklich positiv an!

Dennoch bleiben nach der IMK große Bedenken. Beschlossen wurde die Einrichtung einer zentralen Stadionverbotskommission. Hierbei tappen Fans und Vereine weiterhin im Dunkeln, was diese Kommission schlussendlich wirklich für Rechte und Pflichten hat, wie sie sich personell zusammensetzt und welche Konsequenzen sie für Fans und Vereine hat. Für uns ist klar, dass dieses neu geschaffene Gremium lokale Vertrauens- und Arbeitsprozesse schwächt, einen Keil zwischen Fans und Vereine treibt und weiterhin mit Entschiedenheit abzulehnen ist. Wir appellieren an unsere Vereine, gegenüber Verbänden und Politik stark zu bleiben und sich weiterhin konsequent gegen die geplante zentrale SV-Kommission auszusprechen.
Auch das Thema Pyrotechnik spielt weiterhin eine große Rolle und ist den Law-and-Order-Politikern ein Dorn im Auge. Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam als Fans und Vereine einen langen Atem brauchen, um der Politik auch bei diesem Thema konsequent die Stirn zu bieten und lösungsorientiert an der Thematik zu arbeiten, anstatt populistischen Worthülsen auf den Leim zu gehen.

Die nächste Innenministerkonferenz kommt und unser Kampf für freie und selbstbestimmte Kurven ist noch lange nicht vorbei.
Lasst uns wie in den vergangenen Wochen diesen Weg weiterhin gemeinsam gehen. Für unsere Kurven. Für unsere Vereine. Für die einzigartige Fankultur in Deutschland.

Die Fanszenen Deutschlands im Dezember 2025

Heute 12 Minuten Schweigen!

30/11/2025

Hallo Sport-Club Fans !
Seit mehreren Wochen tragen wir den Protest gegen die geplanten Maßnahmen der Innenministerkonferenz (IMK) auf die Straße und in die Stadien. Die populistischen Forderungen beinhalten u.a. die Einführung von personalisierten Tickets und damit verbundene strengere Einlasskontrollen, bspw. mit KI-basierten Gesichtsscannern. Stadionverbote, sollen zukünftig automatisch verhängt werden, sobald ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird – völlig unabhängig davon, wie dünn die Beweislage ist oder ob das Verfahren später eingestellt wird. Stadionverbote mit der Gießkanne wären die Folge.

Diese Maßnahmen bedrohen unsere Fankultur und sind in keinerlei Hinsicht gerechtfertigt, denn die Stadien sind sicher. Die Statistik der Polizei für die abgelaufene Saison zeigt einen deutlichen Rückgang von eingeleiteten Verfahren (-24%) und Verletzten (-17%) im Vergleich zur Vorsaison, obwohl knapp eine Million Menschen mehr in die Stadien kamen.
Insgesamt beträgt die Wahrscheinlichkeit, im Stadion verletzt zu werden, verschwindend geringe 0,004% und ist damit deutlich geringer als bei anderen Großveranstaltungen, wie dem Oktoberfest.

Wir lehnen die geplanten Verschärfungen daher strikt ab. Auch der Sport-Club hat die Pläne diese Woche deutlich kritisiert. Als Protest werden wir heute gemeinsam mit den Fans aus Mainz die ersten 12 Minuten schweigen. Lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen:
Gegen die Pläne der IMK – für den Erhalt der Fankultur!

Unsere klare Forderung – Zeit zu handeln!

28/11/2025

Am vergangenen Wochenende haben wir, die Fanszenen Deutschlands, in bislang
unerreichter Geschlossenheit erneut unsere deutliche Ablehnung der geplanten Beschlüsse der Innenminister gezeigt.

Personalisierte Tickets, KI-Gesichtserkennung um die Personalisierungen der Tickets
durchzusetzen, sowie jede Verschärfung der Stadionverbotsvergabe, von der Anpassung der Richtlinien bis hin zu zentralen Stadionverbotskommission mit Veto-Recht, lehnen wir entschieden ab.

Wir fordern weiterhin ein Ende des Populismus und ein klares Bekenntnis zur Einzigartigkeit der deutschen Fankultur. Die Zahlen sprechen eindeutig für sich – es gibt keinerlei haltbaren Anlass für die vorgesehenen Verschärfungen. Dass unzählige Vereinsvertreter unsere Kritik inzwischen öffentlich teilen, bestätigt unsere Haltung zusätzlich: Die Stadien sind sicher!

Die Innenminister verharren allen Argumenten zum Trotz stur ihrem populistischen Irrweg und scheinen sich mittlerweile gegenseitig zu überbieten, wer mit den absurdesten Forderungen um die Ecke kommt.

Am kommenden Ligawochenende sowie in den anstehenden Pokal-Achtelfinals
werden wir Fußballfans aus den Kurven Deutschlands erneut 12 Minuten schweigen und unseren Unmut deutlich in die Stadien tragen.

Die Stille der Kurven ist unsere unüberhörbare klare Forderung an die Politik, noch vor der anstehenden Innenministerkonferenz die dringend notwendige Kehrtwende einzulegen.

An die Vertreter der Vereine und Verbände appellieren wir: Zeigt deutlicher denn je Haltung und schützt gemeinsam mit uns das Alleinstellungsmerkmal des Fußballs in diesem Land – noch ist es nicht zu spät! Ohne euch wird ein Großteil der absurden politischen Forderungen nicht umsetzbar sein!

Alle Fußballfans möchten wir an dieser Stelle noch einmal auf die laufende Petition unter www.derfussballistsicher.de/petition aufmerksam machen.

Die Fanszenen Deutschlands im November 2025

12 Minuten schweigen – Für den Erhalt der Fankultur

21/11/2025

Letztes Wochenende noch mit wehenden Fahnen und Gesängen in der Leipziger Innenstadt, heute ohne Material und ohne Support in den Kurven. Wir werden die ersten 12 Spielminuten schweigend verbringen!

Größer kann der Kontrast zwischen gelebter Fankultur und schweigenden Zuschauerrängen nicht sein. Noch ist es ein dystopisches Szenario, setzt die Innenministerkonferenz ihre Pläne am 3. bis 5.12. in Bremen um, wäre eben dieses Szenario vielleicht schon am ersten Dezemberwochenende die neue Wirklichkeit.

Wir fordern die Vereine auf, sich diesen Plänen mit allen zur Verfügung stehenden Ressourcen und Möglichkeiten zur Wehr zu setzen! Die Äußerungen der IMK und die geplanten Änderungen zerstören nicht nur freie Fankultur, sondern greifen auch massiv und unbegründet in die Vereinsstrukturen ein. Die jahrelange gute Arbeit der Vereine und ihrer Partner wird ohne tatsächlichen Anlass mit Füßen getreten, das Erlebnis Stadionbesuch durch Unwahrheiten und egoistische Politiker massiv in seinem Ruf geschädigt.

Vereine: Es geht nur gemeinsam! Wir Fans haben letztes Wochenende über Rivalitäten, Farben und Ansichten hinweg eine starke Einheit gebildet und unsere Haltung zum Ausdruck gebracht. Nun seid ihr an der Reihe!

Die Fanszenen Deutschlands

Demo als voller Erfolg! Wie geht es weiter?

17/11/2025

Wir können stolz auf uns sein! Innerhalb einer Woche und mit lediglich dreitägiger öffentlicher Mobilisierung haben wir es gemeinsam geschafft, ein mehr als deutliches Statement in Richtung der Innenminister, Verbände und Vereine zu setzen. Unsere Erwartungen zur Demo wurden massiv übertroffen, über 20.000 Fußballfans sind über Rivalitäten hinweg Seite an Seite durch Leipzig gezogen und haben eine klare Botschaft gesendet: Gegen populistische Forderungen der Politik und gegen die Erfüllungsgehilfen in den Verbänden – Für die lautstarke, kreative und einzigartige Fankultur in Deutschland!

Angekündigt hatten wir im Vorfeld, dass der Protest beim heutigen DFB-Länderspiel in Leipzig fortgeführt und ins Stadion getragen werden soll. Hiermit geben wir bekannt, dass es sich dabei um eine Fake-Ankündigung gehandelt hat. Ziel war es, den Sicherheitsbehörden die Schweißperlen auf die Stirn zu treiben beim Gedanken daran, dass hunderte Leute aus den aktiven Fanszenen das Premiumprodukt Länderspiel torpedieren und im Zentralstadion aufschlagen. Bereits während der Demonstration am Sonntag hat man gesehen, dass einzig und allein die Polizei dafür verantwortlich ist, dass die Einsatz- und Personalkosten beim Fußball absurdeste Ausmaße angenommen haben. Begleitet wurde die Demo beispielsweise unter anderem von diversen Einsatzkräften, einem Polizeihubschrauber sowie zwei Wasserwerfern. Wenig verwunderlich liefen, flogen und standen diese sinnlos in der Gegend und kosteten dabei den Steuerzahler horrende Summen. Wir sind es leid, als billige Ausrede für ausufernde Polizeikosten rund um Fußballspiele herhalten zu müssen!

Und wie geht es jetzt weiter?
Nach dem erfolgreichen Sonntag in Leipzig ist völlig klar, dass wir den Protest nun zurück in die Stadien und unsere Kurven tragen müssen. Es bleiben uns noch wenige Wochen, um den Druck hochzuhalten und den Law-and-Order-Politikern die Stirn zu bieten. Ihr könnt euch gewiss sein, dass wir den Spirit der Demonstration aufgenommen haben und bereits tief in den Planungen stecken, wie wir die nächsten Wochen angehen. Um es Politik, Verbänden und Co. mit einem von uns bereits beim Investoren-Protest genutzten Wortlaut zu sagen: Ihr werdet von uns hören!

Die Fanszenen Deutschlands

Fotos der Demo

Demo: Alle nach Leipzig!

13/11/2025

Eure Statistiken und unsere Wahrnehmung zeigen: Der Fußball ist sicher! Schluss mit Populismus – Ja zur Fankultur!

Anfang Dezember steht die Innenministerkonferenz (IMK) an. Wie in unserer Stellungnahme vom 07.11. beschrieben, versuchen Law-and-Order-Politiker unter dem Deckmantel der Stadionsicherheit Maßnahmen durchzusetzen, die existenzgefährdend für die deutsche Fankultur sind!

Neidisch und begeistert blicken Fußballfans aus ganz Europa auf die bunte, laute und mitreißende Atmosphäre in den deutschen Stadien – von Bundesliga bis in die Niederungen des Amateurfußballs. Anstatt dieses Alleinstellungsmerkmal zu respektieren und zu fördern, versuchen Politik und Verbände alles, um mit diversen Maßnahmen lauter Sargnägel in unsere einzigartige Fankultur zu rammen.

Doch wir sind nicht bereit, uns unsere Leidenschaft und unser Stadionerlebnis von diesen Sicherheitsfanatikern nehmen zu lassen! Bereits am vergangenen Wochenende haben wir mit einer gemeinsamen Spruchbandaktion in den Stadien sowie der begleitenden Stellungnahme unseren Unmut bekundet. Nun gilt es, am Ball zu bleiben und den Protest gegen diese abstrusen Maßnahmen auf die Straße zu tragen!

Wir rufen daher alle Fußballfans dazu auf, am Sonntag (16.11.) in Leipzig aufzuschlagen und dort lautstark für die deutsche Fankultur einzustehen. Der Treffpunkt für die Demonstration ist um 11:30 Uhr in der Leipziger Innenstadt. Genaue Infos folgen möglichst zeitnah.

Verzichtet auf Gruppen- und Szeneartikel und erscheint dort in den Farben und Klamotten eures Vereins. Lasst uns gemeinsam allen Politikern sowie den Verbänden klar machen, dass wir als Fußballfans über Rivalitäten hinweg zusammenstehen, um das höchste Gut des deutschen Fußballs zu schützen!

Am darauffolgenden Montag findet in Leipzig das DFB-Länderspiel gegen die Slowakei statt. Auch dort sind unsererseits diverse Aktionen in Planung, um unseren Protest auch am spielfreien Wochenende in den Stadien hochzuhalten und in dem Fall dem DFB unmissverständlich klarzumachen, dass wir nicht tatenlos zusehen werden, wie sich dieser Verband zum Erfüllungsgehilfen von populistischen Innenministern macht!

Interessierte Vertreter von Presse und Medien können sich für Informationen und Anfragen ab sofort unter presse@fanszenen-deutschlands.de melden.

Wichtige Hinweise zur Demo:
– Verhaltet euch gegenüber der gastgebenden Stadt Leipzig sowie allen anwesenden Fans respektvoll! Wir kämpfen Seite an Seite für unsere Sache!
– Verzichtet auf Pyrotechnik und Vermummungsgegenstände!

Die Fanszenen Deutschlands

Spruchbänder: SC Freiburg e.V. – FC St. Pauli v. 1910 e.V.

09/11/2025

Das Spiel gegen den FC St. Pauli fand am Jahrestag des zentralen Tags der Novemberpogrome, dem 09.11.1938, statt. Im Rahmen der Novemberpogrome ermordeten die Nationalsozialisten hunderte bis tausende Jüdinnen und Juden, zerstörten Synagogen, jüdische Wohnungen, Geschäfte und weitere Einrichtungen. Deshalb gedenken wir allen Opfern dieser schrecklichen Verbrechen sowie allen weiteren Opfern der nationalsozialistischen Gewalt, die in der Folge immer schrecklichere Ausmaße annahm. Erinnern heißt kämpfen — Für die Freiheit und Würde aller Menschen und gegen jene, die versuchen, das Gedenken an die Opfer des NS zu sabotieren, die nationalsozialistischen Verbrechen relativieren oder gar offenen Antisemitismus und Rassismus verbreiten.


Deutschlandweit stellten sich die Fankurven am 10. Spieltag gegen die populistischen Pläne der Innenministerkonferenz. Besonders gefährlich: Personalisierte Eintrittskarten und die Aufhebung der Unschuldsvermutung bei Stadionverboten. Zu ersterem gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Allen Beteiligten sollte bekannt sein, dass personalisierte Tickets weder praktikabel noch sinnvoll sind. Die Aufhebung der Unschuldsvermutung bei Stadionverboten kann als klarer Bruch mit rechtsstaatlichen Prinzipien gesehen werden. Schon bei der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens müssten Vereine demnach zukünftig ein Stadionverbot aussprechen. Dabei können wir ein Lied von singen, dass der Staatsapparat dazu neigt, Ermittlungsverfahren gegen aktive Fußballfans zu eröffnen, die anschließend mangels Beweisen und Schuld alle eingestellt werden. Es ist offensichtlich, dass durch diese Forderung zukünftig Stadionverbote mit der Gießkanne und durch die willkürliche Entscheidung von Einsatzleitern verteilt werden würden. Bei der „Sicherheits“debatte wird deutlich, dass Fakten für die Inenministerien scheinbar keine Rolle spielen. Der Dachverband der Fanhilfen hat dies zuletzt treffend zusammengefasst:

Der […] von der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) vorgestellte Jahresbericht zeigt deutlich rückläufige Zahlen. So wurden in der vergangenen Saison rund 22 % weniger Strafverfahren durch die Polizei eingeleitet. Ebenso wurden 17 % weniger Personen verletzt. Die Polizei musste 9 % weniger Arbeitsstunden rund um die Spieltage aufwenden. Diese positive Entwicklung wird durch eine Steigerung der Zuschauerzahlen um rund 1 Millionen noch einmal verstärkt. Jede Verletzung ist eine Verletzung zu viel. Setzt man die Zahlen ins Verhältnis zur der Gesamtzahl der Zuschauer, wird aber sehr deutlich, dass das Risiko, bei einem Besuch eines Fußballspieles verletzt zu werden, äußerst gering ist. Bei 25.260.000 Zuschauern in der vergangenen Saison wurden 1.107 Verletzte registriert. Das sind 0,00438 %. Somit können deutsche Stadien der ersten drei Ligen als überaus sicher gelten, sowohl was ihren baulichen Zustand angeht, als auch der Aufenthalt in ihnen selbst. Die einzig nennenswert steigenden Zahlen gibt es bei der Verwendung von Pyrotechnik. Die bereits laufende Debatte um die Abschaffung von Verbandsstrafen zeigt sehr eindrücklich, dass Fans und Vereine bei diesem Thema Vorschläge gemacht haben. Auch hier liegt es nun an den Verbänden, aber auch an der Politik, die ausgestreckte Hand zum Dialog endlich anzunehmen.

Die Stadien sind sichere Orte und es gibt keinen Grund für weitere unverhältnismäßige Maßnahmen gegen Fans. Die […] Zahlen der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze belegen dies erneut eindrücklich. Den von den Innenministern aktuell vorangetriebenen Plänen für drastische Verschärfungen bei der Vergabe von Stadionverboten sowie zur Einführung von personalisierten Eintrittskarten fehlt somit die faktenbasierte Grundlage. Dies zeigen die neuen Zahlen glasklar auf.

Alle Stadionbesucher haben somit ein Anrecht darauf, endlich zu erfahren, warum bei immer sicherer werdenden Stadien es nötig sein soll, wie geplant zukünftig personalisierte Eintrittskarte zu erwerben oder Stadionverbote mit der Gießkanne zu erhalten. Die Innenminister und Verbände müssen diesen Irrweg, der die Fankultur beerdigen würde, endlich beenden. Es muss Schluss sein mit der Geheimniskrämerei von Politik und Verbänden hinter verschlossenen Türen.

Lest dazu auch die Stellungnahme der Fanszenen Deutschlands, den Bericht zur großen Demo in Leipzig und unterstützt die Petition Der Fußball ist sicher!

Ein Damoklesschwert schwebt über unserem Fußball!

07/11/2025

Pünktlich zur im Dezember anstehenden Innenministerkonferenz (IMK) in Bremen
melden wir uns mit einer Stellungnahme. Wie ihr euch denken könnt: kein gutes Zeichen. Doch was steht zur Debatte? Auf der vorletzten IMK im vergangenen Winter wurden bereits Maßnahmen angedacht, die angeblich die Sicherheit im Stadion erhöhen sollen. Was bislang allerdings einem zahnlosen Papiertiger glich, könnte alsbald bittere Realität werden: Personalisierte Tickets, KI-gestützte Sicherheitsmaßnahmen rund um Spieltage und massenhaft neue Stadionverbote ohne Unschuldsvermutung könnten die Folge sein!

Anfang Dezember soll die Schaffung einer bundesweiten Stadionverbotskommission beschlossen werden. Zusätzlich zu den standortgebundenen SV-Kommissionen soll diese Institution die Vergabe des ohnehin rechtsstaatlich höchst fragwürdigen Sanktionsmittels „Stadionverbot“ überwachen. Rücknahmen und vorzeitige Aufhebungen der Stadionverbote durch die SV-Kommissionen der einzelnen Standorte könnten zukünftig von oben herab untersagt werden. Hierbei wird die Expertise der Vereine, die mit den Vorgängen rund um ihre (Heim-)spiele vertraut sind und lokale Situationen definitiv besser einordnen können als eine zentrale Stelle, bewusst umgangen. Zudem sollen Vereine, die sich nicht an die Vorgaben der zentralen Stadionverbotskommission halten, zukünftig durch die Sportgerichtsbarkeit sanktioniert werden.

Unklar bleibt zunächst, ob auch eine direkte SV-Vergabe im Repertoire des neuen Monsters von Verbänden und Politik liegen soll. Ebenso wenig ist über die mögliche personelle Zusammensetzung bekannt. Man stelle sich vor, die Schreihälse aus Innenministerien und Repressionsorganen wie der Polizei wären Teil dieses Gremiums – es würde wohl nicht lange dauern, bis Stadionverbote nach dem Gießkannenprinzip verteilt würden – massenhafte Überwachung und Personalienfeststellungen durch Festsetzung ganzer Personengruppen inklusive. Gleiches gilt für die angedachte Praxis, bis spätestens sechs Wochen nach der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens (wohlgemerkt: keiner Verurteilung!) ein Stadionverbot zu prüfen. Wie oft derartige „Prüfungen“ dann in einem SV münden, könnt ihr euch sicherlich vorstellen. Besonders eklatant ist hierbei, dass aus einer Soll-Formulierung nun eine Muss-Vorschrift werden soll. Jedes eingeleitete Strafverfahren, was sich bekanntermaßen in sehr vielen Fällen aufgrund Unsinnigkeit nach einer Weile im Sande verläuft, wäre gleichbedeutend mit einem sofortigen Stadionverbot für den Betroffenen!

Neben der neuen Praxis für Stadionverbote fordern Hardliner aus der Politik und der Polizei weitere Einschnitte in den Stadionalltag. Ein Szenario besteht aus flächendeckenden personalisierten Tickets sowie Gesichtsscannern. Dabei stellen wir nicht nur die Umsetzbarkeit und Sinnhaftigkeit infrage, sondern erkennen auch einen klaren Eingriff in das informationelle Selbstbestimmungsrecht aller Stadionbesucher. Wenn alle Fans am Einlass auch noch das letzte Stück Freiheit für den Besuch unseres Volkssports abgeben müssen, steht das im krassen Widerspruch zu unseren Vorstellungen und entbehrt jeglicher Verhältnismäßigkeit.

Natürlich findet auch das omnipräsente Thema Pyrotechnik seinen Platz in den Fantasien der Politiker und Behörden. Während die Fanszenen im ganzen Land im Rahmen der „Verbandsstrafen abschaffen“-Kampagne seit geraumer Zeit konstruktive Vorschläge liefern und ohne populistisch vorzupreschen sinnvolle Dialoge mit Vereinen und Verbänden zu Pyrotechnik initiieren, verschließen Politik und Polizei die Augen vor der Realität der reifen und in den Stadien vollumfänglich positiv bewerteten Nutzung von Pyrotechnik der Fanszenen. Mit einer Null-Toleranz-Linie sowie Gleichsetzung von Pyrotechnik mit Gewalt und Bedrohung zeigt die Gegenseite eindrucksvoll, dass jegliches Verständnis für Fankultur fehlt.

Die deutschen Stadien sind sichere Orte – das belegen sämtliche Statistiken der Behörden selbst wie etwa der im Oktober 2025 veröffentlichte Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS). Wofür also eine neue Stadionverbotskommission benötigt wird, die die Kompetenzen der örtlichen Sicherheitsträger definitiv einschränken soll, bleibt höchst fragwürdig. Statt sich weiterhin repressiven Maßnahmen zu verschreiben, braucht es Konzepte, die das Sicherheitsrisiko für uns Stadiongänger tatsächlich verringern.

Wir fordern daher:

1. Minimierung der Polizeieinsätze – Die größte Gefahr in den deutschen Stadien bleiben unberechenbare Einheiten der Bereitschaftspolizei. Statt sich über Kostenumlagen auf die Vereine Gedanken zu machen, sollten die Innenministerien die vollkommen maßlosen Einsatzzeiten ihrer Bediensteten reduzieren.

2. Aussetzung des Präventivinstruments „Stadionverbot“ – Eine zentrale Stadionverbotskommission sowie die zwanghafte Vergabe eines Stadionverbots nach Einleitung eines Ermittlungsverfahrens darf es unter keinen Umständen geben!
Generell stellen wir uns klar gegen das Präventivinstrument Stadionverbot. Anstatt junge Menschen aus den Stadien auszusperren, sollten sich Verbände und Politik für rechtsstaatlich verbindliche und pädagogisch wertvolle Maßnahmen bei tatsächlich vorliegenden Straftaten im Fußballkontext einsetzen.

3. Überwachungskosten reduzieren – Statt den Vereinen immer teurere Überwachungssysteme unter dem Deckmantel der Stadionsicherheit aufzuzwingen, sollten die Gelder in die Nachwuchsarbeit, die Infrastruktur der Stadien und die Arbeit von Fanprojekten investiert werden.

4. Anerkennung des Mehrwerts der deutschen Kurven – Anstatt mit der Forderung der Personalisierung aller Eintrittskarten jeden Stadiongänger unter Generalverdacht zu stellen, sollte auch die Politik die Fankultur hierzulande als Alleinstellungsmerkmal des Fußballs anerkennen! Auch die Nutzung von Pyrotechnik sollte endlich ihre berechtigte Akzeptanz finden!

Uns ist bewusst, dass auch wir die Uhren nicht zurückdrehen werden. Häufig wurden hart erkämpfte Freiheiten nur kurze Zeit später zum Wohle des Populismus einiger weniger wieder eingeschränkt. Doch seid euch gewiss: Sollten sich die Gerüchte erhärten, werden wir uns zum Wohle aller Stadionbesucher für das Fußballstadion als Ort der Freiheit einsetzen und für die Werte unseres Fußballs einstehen!

Die Fanszenen Deutschlands im November 2025