Polizeibericht 7.10.2018 zur Begegnung SC Freiburg – Bayer Leverkusen

10/10/2018

Vor dem Heimspiel gegen Leverkusen kam es gegen 12 Uhr zu einem Vorfall am Ottiliensteg, nördlich der Dreisam. Wie öfters bei Heimspielen war unsere Gruppe im Begriff den Steg zu überqueren, um zum auf der anderen Dreisamseite gelegenen Eingang der Nordtribüne zu gelangen. Da sich in diesem Bereich gewöhnlich nur Heimfans aufhalten waren wir sehr verwundert, als auf einmal eine aggressive BFE-Einheit der Polizei auf uns zustürmte, um uns an der Überquerung der Dreisam zu hindern. Die andere Dreisamseite war gut einsehbar, so dass eigentlich klar war, dass hier kein Zusammenstoß mit gegnerischen Fans zu erwarten war. Trotz Provokationen einzelner Polizisten verhielt sich unsere Gruppe ruhig. Einen kurzer Augenblick später offenbarte sich des Rätsels Lösung: Die Polizei hielt unsere Gruppe für Gästefans. Dies lag nicht etwa an der Ortsunkundigkeit der BFE (diese trugen Deutschland-Wappen auf den Schultern, nutzten aber Fahrzeuge der Polizei Baden-Württemberg). Schuld an der Verwechslung waren offensichtlich die sogenannten szenekundigen Beamten des Polizeireviers Freiburg-Süd, die uns zwar schon eine Stunde vor dem Vorfall aus wenigen Metern beobachteten, aber es in diesem Zeitraum nicht hinbekamen, uns einem der beiden heute aufeinandertreffenden Vereine zuzuordnen. Auch wenn Herr Winterer an diesem Tag ausnahmsweise nicht als Einsatzleiter aktiv war und die ganze Aktion keine weiteren Konsequenzen nach sich gezogen hat, werden wir auch weiter kein Vertrauen gegenüber der Freiburger Polizei aufbauen.

Ihr werdet von uns hören – oder auch nicht

20/09/2018

,,Wir sind weiterhin bis in die Haarspitzen motiviert, uns für die Grundwerte des Fußballs und gegen eine weitere Entfremdung des Fußballs durch Korruption, Gutsherrenmachenschaften und Kommerzialisierung einzutreten. Wir sehen es mehr denn je als unsere Verantwortung gegen den DFB und die DFL aufzustehen und wissen zehntausende Unterstützer in den Kurven des Landes hinter uns.‘‘

So schlossen wir vor rund einem Monat unsere Erklärung zu dem Abbruch der Gespräche mit den Verbänden. Wir führten dabei aus, dass der Beitritt der Fanseite zu einem wie auch immer gearteten „runden Tisch“ keine Verbesserung für jene Fanseite mit sich gebracht hat und wohl auch nicht bringen wird. Viel mehr handelte es sich bei den Gesprächen um eine für die Verbände gesichtswahrende Vorgabe von Dialogbereitschaft, ohne dabei jedoch gewillt zu sein, tatsächliche Verbesserungen im Sinne der Fußballfans durchzusetzen. Auch die geleakten E-Mails zwischen DFB-Präsident Reinhard Grindel und seinem Vizepräsident Rainer Koch haben uns gezeigt, dass der Abbruch der Gespräche ein richtiger Schritt war.

Diese Resignation bezieht sich dabei jedoch einzig und allein auf die besagten Gespräche, nicht jedoch auf unseren grundsätzlichen Kampf für einen anderen Fußball. Einen Fußball, der sich an der Basis orientiert, statt die Spirale in immer neue Höhen zu drehen. Der den Fokus auf die Fans legt, statt sich nur nach Investoren, Stakeholdern und dem großen Geld zu richten.

Wenn die Anliegen der Fans in Gesprächen kein Gehör finden, dann vertreten wir sie wieder dort, wo man uns nicht ignorieren kann: In unseren Stadien und Kurven. Wir haben angekündigt, dass man von uns hören wird und setzen das in der kommenden englischen Woche, dem fünften Spieltag, um. In den ersten 20 Minuten der Spiele werden wir auf einen wie üblich organisierten Support verzichten. Stattdessen werden wir unseren Protest in die Stadien tragen und zeigen, dass die große Masse an Fans nicht damit einverstanden ist, was einige wenige Funktionäre mit unserem geliebten Fußball veranstalten.

Schließt euch den Protesten an, um ein einheitliches und starkes Zeichen zu setzen! Zeigt denen da oben, dass die Fans in den Stadien nicht gewillt sind, immer neue Auswüchse der Kommerzialisierung und Entfremdung in Kauf zu nehmen!

Die Fanszenen Deutschlands im September 2018

 

Veränderungen sind nach wie vor erforderlich

19/09/2018

Nachdem die Fanszenen Deutschlands Ende letzten Jahres gemeinsam Positionspapiere erarbeitet haben, mit dem Ziel Faninteressen wieder in den Vordergrund zu rücken, müssen wir zurückblickend leider feststellen, dass die Verbände sich nach wie vor nicht für Verbesserungen im Sinne der Fans begeistern lassen. Die Positionspapiere wurden letztes Jahr zu den drängendsten Problemen erarbeitet und sollen wiedergeben, was kurz- bis mittelfristig verändert werden muss. Im Papier zum Thema Kommerzialisierung wurde mittlerweile noch eine Passage zum Thema Videobeweis ergänzt. Ansonsten sind die Dokumente nach wie vor aktuell.

Wir wollen deshalb erneut auf die einzelnen Themen hinweisen:

1. Kommerzialisierung
2. Stadionverbote
3. Sportgerichtsbarkeit
4. Fanrechte
5. Anstosszeiten

Wir fordern, dass die Verbände endlich Faninteressen berücksichtigen!

Freiburg braucht ein Fanprojekt! Unabhängig. Spieltagsbezogen. Szeneorientiert.

11/09/2018

Freiburg braucht ein Fanprojekt!
Unabhängig. Spieltagsbezogen. Szeneorientiert.

Unabhängig.
Ein Fanprojekt muss unabhängig von Stadt, Behörden, Vereinen und Verbänden agieren und eigenständige, kritische Positionen in die Öffentlichkeit kommunizieren.

Spieltagsbezogen.
Ein Fanprojekt muss am Spieltag – bei Treffpunkten, auf Reisewegen, im Stadion – präsent, aufmerksam und ansprechbar sein.

Szeneorientiert.
Ein Fanprojekt muss seinen Hauptfokus auf die aktive Fanszene setzen. Es muss Maßnahmen, die positive Entwicklungen gefährden, kritisieren und diesen entgegenwirken.

Die aktive Fanszene des Sport-Club Freiburg e.V. fordert keine schnelle, sondern eine nachhaltige Lösung für ein Fanprojekt in Freiburg als essentieller Akteur im Fußball. Das Angebot eines Fanprojekt muss zwingend geeignete Räumlichkeiten – nahe des Stadions und sowohl als Ort der Begegnung, als auch zur autonomen Nutzung – zur Verfügung stellen.

…und bis es so weit ist?
Aktuell gibt es keine Übergangslösung durch das JHW. Weder stehen Mitarbeiter*innen für fanspezifische Anliegen zur Verfügung, noch können die Räume autonom oder an Spieltagen genutzt werden.

Bis es ein neues Fanprojekt in Freiburg gibt, muss es mindestens Räume geben, die sowohl an Spieltagen als auch autonom genutzt werden können.

Corrillo Ultras
Immmer Wieder Freiburg
Natural Born Ultras
Supporters Crew Freiburg e.V.
Synthesia Ultras

Maul auf gegen Nazis!

04/09/2018

Wir halten es für notwendig, über folgende Situation vom Spiel in Sinsheim alle Personen in Kenntnis zu setzen, die sich dem Sport-Club Freiburg e.V. zugehörig fühlen und sich mit den Werten dieses Vereins identifizieren.

Wir sind uns bewusst, dass uns derartige Vorfälle im Umfeld von Spielen des SC vergleichsweise selten begegnen. Wir sehen diesen Zustand aber nicht als Geschenk, sondern als Ergebnis von Zivilcourage und einer klaren Haltung der Fans, die es ermöglicht, dass Fußball in Freiburg ein Spiel ist, bei dem sich alle SC-Fans wohl fühlen können. Außer die Personen, die diesen Zustand gerne ändern möchten.

Die Situation im Kurzen beschrieben:
– ein Mann im Gästeblock in Sinsheim
– mehrere Hitlergrüße
– mehrere homophobe Äußerungen

– mehrere Personen beziehen sofort Stellung
– Faschist muss den Gästeblock verlassen

Verantwortliche und Polizei haben den Vorfall ebenfalls mitbekommen.

Wir informieren Euch darüber, um Euch für die Zukunft zu sensibilisieren. Es ist vermutlich kein Zufall, dass sich ausgerechnet nach den Aufmärschen tausender Rechtsradikaler in Chemnitz so ein Vorfall in unserem Gästeblock ereignet. Haltet Eure Augen und Ohren offen. Seid mutig, haltet dagegen oder sucht Euch Hilfe.
Nazis haben bei uns nichts verloren – Es liegt an uns allen, dass das so bleibt.

Auch wir werden weiterhin Augen und Ohren offen halten. Wir werden genau verfolgen, ob Faschisten zukünftig vermehrt versuchen in unserem Block Fuß zu fassen.
Er und alle weiteren Gleichgesinnten können sich sicher sein, dass sie sowohl bei Heim- als auch bei Auswärtsspielen als unerwünschte Personen betrachtet und entsprechend behandelt werden. Nicht nur von uns.

Corrillo Ultras

Choreo „25 Jahre Bundesligaaufstieg“ – Spendenaufruf

26/08/2018

Beim Heimspiel gegen die Eintracht Frankfurt Fußball AG wurde von uns eine aufwändige und kostenintensive Choreo durchgeführt. Um die Materialkosten zu bezahlen, bitten wir um eure Unterstützung.
Spenden könnt ihr über PayPal oder per Überweisung. Unsere PayPal-Adresse ist die
spende@corrillo.org
Per Überweisung könnt ihr an folgende IBAN spenden:
DE75 1001 0010 0121 6081 99

Die Kosten für die Choreo setzen sich folgendermaßen zusammen:
Stoff für Motiv+Spruchband 445,06 €
Blockfahne 696,15 €
Farbe 644,06 €
Malerzubehör (Pinsel, Stifte) 176,59 €
Klebeband (Blockfahne+Motiv) 264,85 €
Zubehör (Seile, Plakate, Kabelbinder) 168,46 €
Gesamtkosten 2395,17€

Wir danken euch vielmals für eure Unterstützung!

JETZT ERST RECHT!

21/08/2018

Vor rund zwölf Monaten schlossen sich bundesweit die Fankurven zusammen, um sich der voranschreitenden Zerstörung des Fußballs wie wir ihn kennen entgegen zu stellen. Nachdem medial zahlreiche Versuche all jener, die sich von dieser Kampagne in die Enge getrieben fühlten, misslangen, mussten sich diese Verantwortlichen bei DFB und DFL in den kommenden Monaten an ihren öffentlichen Aussagen messen lassen.

Die anfängliche Euphorie wich in den zwei erfolgten Standpunktgesprächen zwischen Vertretern der Fanszenen Deutschlands mit den Verantwortlichen aus DFB und DFL schnell. Viel mehr verfestigte sich abermals der Eindruck, man wolle diesen Dialog wie in den vergangenen Jahrzehnten nutzen, um mit einem medienwirksamen Gesprächsangebot und netten Worten die Taten um jeden Preis zu vermeiden.

Eine Mitschuld an den Entwicklungen tragen in zahlreichen Fällen auch die Vereinsvertreter. Oftmals offenbarte ein Blick hinter die Kulissen, dass Vertreter der Vereine im Innenverhältnis gegenüber den eigenen Fanvertretern Verständnis und Zusagen geben, um innerhalb der Liga-/Verbandsversammlungen dann genau gegenteilig zu agieren. Auch fehlt es hier ganz klar an einer lösungsorientierten Vernetzung und Eigeninitiative. Insbesondere in der Causa um die 50+1-Regel zeigte der Vorstoß des Vertreters vom FC St. Pauli eindrucksvoll, dass es unter den Vereinsvertretern deutlich Spielraum für mehr Eigeninitiative gibt, der noch ungenutzt ist. Die Vereinsvertreter sind mit Nichten die Abnicker von kommerziellen Plänen der Deutschen Fussball Liga, die allein aus Selbsterhaltungszwecken die Vermarktung der Ware Fussball vorantreiben muss. Die Vereinsvertreter sind die, die Werte und Wünsche der Basis aus Mitgliedern und Fans ihrer Vereine vertreten sollen.

Nur wenige Tage nach dem zweiten Gespräch stellte sich heraus, dass ab der Saison 2018/2019 sogar die 3. Liga einen Montagsspieltag haben wird, was im Rahmen des Gesprächs zu keinem Zeitpunkt seitens der Verbände angebracht wurde, obwohl mit Thomas Schneider eine selbsternannte Person mit der Kernkompetenz Faninteressen vertreten war. Alleine hier hätte die Brisanz des Themas auffallen müssen. Stattdessen wurde mit einer Pilotphase für die einheitliche Behandlung von Fanutensilien ein neuer Papiertiger geschaffen, der bis heute keine Ergebnisse vorzuweisen hat. In puncto Sportsgerichtbarkeit goss der DFB seine bisher intransparenten Strafen in horrenden Höhen lediglich in Formen und manifestierte sein willkürliches Ersatzstrafrecht in einem Strafenkatalog. Auch hier kann weder von einer Verbesserung im Sinne von Vereinen und Fans keine Rede sein. Von Transparenz fehlt weiterhin jede Spur, was auch die bis heute mangelnde Aufklärung der Causa Beckenbauer in Zusammenhang mit den Sommermärchen-Millionen oder im Falle des Funktionärs Curtius sehr eindrucksvoll widerspiegelt. Die vermeintliche Neurregelung der Regionalligen wurde in einem Hauruckmanöver zu einem Glücksspiel umfunktioniert, anstatt eine klare Regelung zu finden. Wir können diese Liste Punkt für Punkt abarbeiten um letztendlich unter dem Strich festzuhalten: Dem DFB und der DFL sind sich weder dem Gegenwert dieser ausgestreckten Hand der Fanszenen Deutschlands, noch den Konsequenzen dieser mangelnden Wertschätzung der Basis in den Stadien bewusst. Stattdessen manifestierte sich viel mehr der Eindruck, dass der Fussballsport noch weiter seiner sozialen und kulturellen Wurzeln beraubt werden soll, um ihn auf dem Altar der Profitgier von den Verbänden auszunehmen.

Aus diesem Grund sehen wir keine andere Möglichkeit, als die Gespräche mit sofortiger Wirkung zu beenden und den Protest noch engagierter als zuvor in die Stadien zu tragen.

Wir sind weiterhin bis in die Haarspitzen motiviert, uns für die Grundwerte des Fussballs und gegen eine weitere Entfremdung des Fussballs durch Korruption, Gutsherrenmachenschaften und Kommerzialisierung einzutreten. Wir sehen es mehr denn je als unsere Verantwortung gegen den DFB und die DFL aufzustehen und wissen zehntausende Unterstützer in den Kurven des Landes hinter uns.

Ihr werdet auch in dieser Saison von uns hören!

Die Fanszenen Deutschlands im August 2018

Shirts & Kleber

05/08/2018

Es gibt wieder Aufkleber! Diese erhaltet ihr bei uns im Stadion (Vorsängerpodest, sprecht uns an), sowie per Versand. Ab einer Bestellung von drei Aufkleberpaketen versenden wir. Kosten für Versand und Verpackung in Höhe von 2,40 pro Bestellung. Schreibt dazu eine E-Mail an ackermann@corrillo.org.

Die T-Shirts könnt ihr ebenfalls am Vorsängerpodest beim ersten Heimspiel erwerben.
Gewinne landen in der Choreokasse.

Offener Brief an die Stadt Freiburg, das Kultusministerium Baden-Württemberg und die DFL

18/07/2018

Gestern, am 17.07.2018, wurden die Geldgeber und Netzwerkpartner des Fanprojekt Freiburg sowie die aktive Fanszene des SC Freiburg durch die Geschäftsführung des Jugendhilfswerk Freiburg darüber in Kenntnis gesetzt, dass das Fanprojekt Freiburg Ende Juli 2018 – also innerhalb von 14 Tagen – eingestellt wird. 

Begründet wird dies in einem 1,5-seitigen Brief mit dem erfolglosen Versuch, zusätzlich zu den zwei bestehenden Mitarbeiter*innen eine weitere Stelle im Fanprojekt zu besetzen und eine „eigenständige Leitungspersönlichkeit“ zu finden. Hieraus leitet die Geschäftsführung des Jugendhilfswerk eine „Perspektivlosigkeit des Projekts“ ab und ordnet es selbst als verantwortlich ein, das Fanprojekt Freiburg umgehend einzustellen, ohne eine Übergangslösung in eine andere Trägerschaft zu ermöglichen.

Wir kommen zu einer gegenteiligen Einschätzung. Aus unserer Sicht ist es aus den folgenden Gründen absolut unverantwortlich, das Fanprojekt Freiburg mit unmittelbarer Wirkung, ohne vorausgehende Gespräche und ohne eine Übergangslösung einzustellen:

Zwar wies das Fanprojekt Freiburg seit Bestehen Probleme bzgl. der Kontinuität der Mitarbeiter*innen auf, doch konnte diesen erfolgreich entgegengewirkt werden. Eine Mitarbeiterin arbeitet seit nunmehr drei Jahren im Fanprojekt und ein weiterer Mitarbeiter wurde zu Beginn der vergangenen Saison explizit für die Fanprojektarbeit eingestellt.
In dieser Teamkonstellation ist es den Mitarbeiter*innen in der vergangenen Saison gelungen, erneut ein Vertrauensverhältnis mit den Fangruppen aufzubauen. Darüber hinaus haben die Mitarbeiter*innen mit vielen weiteren, vor allem jugendlichen Fans, tragfähige Beziehungen aufgebaut. Durch die unmittelbare Einstellung des Fanprojekts werden diese positiven und auch mühsamen Entwicklungen mit sofortiger Wirkung beendet und konterkariert.
Gleiches gilt für die Netzwerkarbeit: Das Fanprojekt Freiburg ist sowohl lokal als auch bundesweit in ein vielfältiges Netzwerk eingebunden, das auf langfristige Kontakte und Vertrauensverhältnisse angewiesen ist, um nachhaltig positiv wirken zu können. Der unmittelbare Ausstieg aus dem Netzwerk wird billigend in Kauf genommen, ebenso wie der Wegfall der Räumlichkeiten, die in der gesamten Fanprojektzeit neben der begleiteten Nutzung auch autonom durch die Zielgruppen genutzt werden konnten.  

Wir fordern Sie auf, die skizzierten negativen Auswirkungen zu verhindern und bitten die Stadt Freiburg, aber auch das Kultusministerium Baden-Württemberg und die DFL eindringlich darum, alles daran zu setzen, das Fanprojekt Freiburg in Form einer Übergangslösung aufrecht zu erhalten, bis ein neuer, geeigneter Träger für dieses gefunden ist. Für diesbezügliche Überlegungen und notwendige Schritte bieten wir unsere Unterstützung an.

Unterzeichner*innen:

Corrillo Ultras
Immmer Wieder Freiburg
Natural Born Ultras
SC Freiburg Fangemeinschaft
Supporters Crew Freiburg
Synthesia Ultras 79

IG Unsere Kurve

Matthias Günter, Beirat des Fanprojekts
Prof. Dr. Albert Scherr, Beirat des Fanprojekts
Prof. Werner Nickolai, Beirat des Fanprojekts

Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte
Koordinationsstelle Fanprojekte

Atai Keller, Stadtrat
David Vaulont, Stadtrat
Julia Söhne, Stadträtin
Lukas Mörchen, Stadtrat
Michel Moos, Stadtrat
Monika Stein, Stadträtin
Sergio Schmidt, Stadtrat
Simon Waldenspuhl, Stadtrat
Timothy Simms, Stadtrat

Heiß machen!

12/05/2018

Lasst uns der Mannschaft zeigen, dass wir hinter ihr stehen und den letzten Kick geben.
Deshalb: Lasst uns laut werden, wenn die Mannschaft zum Warmmachen rauskommt. Alle zusammen.
Forza Ragazzi! Auf geht’s Nordtribüne!

Neues Polizeiaufgabengesetz in Bayern stoppen!

01/05/2018

Mit Sorge blicken wir als Fußballfans derzeit nach Bayern. Voraussichtlich im Mai will die dortige Landesregierung über ein neues Polizeiaufgabengesetz (PAG) abstimmen. Die Gesetzesnovelle beobachten wir bundesweit mit großer Skepsis. Wir befürchten: Das Gesetz könnte für andere Bundesländer Signalwirkung haben – und es wird uns auch als Fußballfans betreffen.

Um was geht es?

Das Gesetz soll die Befugnisse der Polizei in Bayern massiv erweitern. Konkret führt der derzeitige Entwurf den Begriff der sogenannten „drohenden Gefahr“ ein. Das bedeutet: Sobald die Polizei vermutet, dass eine Person zukünftig Straftaten begehen könnte, kann sie umfassende Maßnahmen einleiten. Dafür muss man in der Vergangenheit keine Straftaten begangen haben. Faktisch stellt das neue Gesetz jeden Bürger unter Generalverdacht. Geht es so durch wie derzeit geplant, hätte die Polizei in Bayern nahezu grenzenlose Befugnisse.

– Die Polizei dürfte auf reinen Verdacht Orts-, Aufenthalts-, und Kontaktverbote aussprechen.
– Die Polizei dürfte auf reinen Verdacht elektronische Fußfesseln gegen mögliche „Gefährder“ aussprechen.
– Die Polizei dürfte auf reinen Verdacht die Telekommunikation anzapfen – und das zum Beispiel auch in eigentlich verschlüsselten Nachrichten und Chats.
– Die Polizei dürfte auf reinen Verdacht Postsendungen abfangen.
– Die Polizei dürfte in Echtzeit Kameradaten auswerten und die Leute auf den Aufnahmen identifizieren. Zudem sollen Einsatzkräfte mit sogenannten „Bodycams“ ausgestattet werden.
– Die Polizei hätte die Möglichkeit, beispielsweise über Drohnen, Videos von „Verdächtigen“ zu filmen, ihre Handydaten zu speichern oder ihre Telefon- und Internetverbindungen zu kappen.
– Die Polizei dürfte nicht mehr nur Maschinengewehre und Handgranaten einsetzen, sondern auch Sprenggeschosse, die aus Schusswaffen verschossen werden können.

Was geht uns das an?

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass das Gesetz bundesweit Schule machen könnte. Heute Bayern, morgen Deutschland. Andere Bundesländer, wie zum Beispiel Nordrhein-Westfalen, sollen bereits über die Einführung ähnlicher Gesetze nachdenken.

Hinzu kommt, dass wir als Fußballfans nahezu alle vom neuen PAG betroffen sind. Spätestens dann nämlich, wenn wir selbst zu Auswärtsspielen nach Bayern reisen. Schon jetzt treten die Einsatzkräfte dort häufig aggressiver auf, als in anderen Bundesländern. Wir fragen uns: Wie wird das erst mit den erweiterten Befugnissen sein? Schließlich macht das Bayerische Innenministerium gar keinen Hehl daraus: Der Begriff der „drohenden Gefahr“ soll nicht nur auf dem Gebiet der Terrorabwehr gelten. Bedeutet konkret: Auch wir als Fußballfans werden früher oder später unter die Kategorie potenzieller Gefährder fallen. Nicht weil von uns tatsächliche Gefahr ausginge, sondern weil die Polizei in uns „drohende Gefahr“ ausgemacht haben will. Noch ist zudem völlig unklar, wie weit das bayerische Gesetz tatsächlich reichen würde. Wenn eine Mannschaft aus einem anderen Bundesland in den Freistaat reist – dürfte die Bayerische Polizei dann möglicherweise auch die Handys der Gästefans anzapfen? Geht das neue Gesetz in Bayern durch, wäre die Büchse der Pandora hin zum Polizeistaat tatsächlich geöffnet.

Uns ist natürlich bewusst, dass wir als Fußballfans in Deutschland – mit Ausnahme der bayerischen Szenen – nur indirekt Einfluss auf die Politik im Freistaat nehmen können. Es ist uns dennoch wichtig ein gemeinsames Zeichen zu setzen. Das Thema ist von zu großer Bedeutung und Signalwirkung, um es nur regional auszufechten. Wir fordern deshalb: Neues Polizeiaufgabengesetz stoppen!

Die Fanszenen Deutschlands
April 2018