Stellungnahme zum Spiel RB Leipzig GmbH – SC Freiburg e.V.

27/04/2019

Wir haben das heutige Spiel in Leipzig nicht als Gruppe besucht. Die Gründe dafür wollen wir hiermit kurz darstellen:

Uns war und ist es sehr wichtig, die Spiele gegen RB Leipzig nicht zu einer Normalität werden zu lassen und den Protest gegen dieses Konstrukt eines Milliardärs weiterhin aufrecht zu erhalten. Leider sind wir bei den vergangen Spielen in Leipzig unseren eigenen Ansprüchen an eine angemessene Protestaktion nicht gerecht geworden. Teilweise aufgrund der Gegebenheiten vor Ort, teilweise mangels eigener Kreativität. Auch im Vorfeld dieses Spiels haben wir es aus verschiedenen Gründen nicht geschafft, einen aussagekräftigen und öffentlichkeitswirksamen Protest im Stadion auf die Beine zu stellen.

Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, das Spiel des Sport Club Freiburg e.V. in Leipzig dieses Jahr als Gruppe nicht zu besuchen.

Die Entscheidung, einem Spiel unseres Vereins fernzubleiben, ist uns heute nicht leicht gefallen und soll auch in Zukunft keinesfalls zur Routine werden. Dennoch sind wir der Meinung, dass ein Fernbleiben besser ist, als ein Spiel in Leipzig zu besuchen, ohne dabei eine nennenswerte Protestaktion durchführen zu können, die unseren Ansprüchen genügt.

Weiterhin verweisen wir auf unsere leider nach wie vor gültige Erklärung zu RB Leipzig und den Strukturen, die dieses Projekt mittragen und fördern.

https://corrillo.org/corrillo-ultras-red-bull-und-der-fussball/

Corrillo am Samstag, 27.4.2019

Nein zum neuen Polizeigesetz in BW!

26/04/2019

Bereits Ende 2017 wurde in Baden-Württemberg eine der schärfsten Polizeigesetzes-Novellen der Bundesrepublik verabschiedet – was damals von der Öffentlichkeit leider weitestgehend unbeachtet blieb. Durch diese Verschärfung wurde unter anderem auch der sogenannte Staatstrojaner erlaubt, wogegen die Gesellschaft für Freiheitsrechte gemeinsam mit dem Chaos Computer Club Stuttgart mittlerweile Verfassungsbeschwerde eingelegt hat.

Obwohl die Kriminalitätsstatistiken seit Jahren keine signifikanten Anstiege verzeichnen, arbeiten Polizeigewerkschafter, Lobby-Politiker und diverse Medien durch ihre öffentlichen Äußerungen und Berichterstattung weiter daran, dass die gefühlte Unsicherheit in der Bevölkerung immer weiter ansteigt. Diese gefühlte Unsicherheit ist der Nährboden, um weitere Grund- und Freiheitsrechte abzubauen und Gesetzesverschärfungen vorzunehmen.

Innenminister Strobl plant nun eine weitere Verschärfung des Polizeigesetzes BW, welche Presseberichten (SWR, StZ) zufolge beispielsweise die Präventivhaft für sogenannte Gefährder und die Onlinedurchsuchung legalisieren soll.

Betroffen von diesen massiven Eingriffen in die Grundrechte sind alle Menschen in Baden-Württemberg. Allerdings ist es kein  Geheimnis, dass gerade Fußballfans ein Experimentierfeld für neue Polizeimaßnahmen sind und man davon ausgehen kann, dass  gerade wir Fußballfans mit die ersten sein werden, welche Gesetzesverschärfungen zu spüren bekommen werden.

Aus diesen Gründen werden wir in den kommenden Monaten unseren Unmut gegen diese freiheitsfeindlichen Bestrebungen bekunden.  Die Verschärfung der neuen „Sicherheitsgesetze“ geht uns alle etwas an!

Nein zum neuen Polizeigesetz in BW!

Wanderausstellung „fan.tastic females – football her.story“ vom 25.03.19 – 03.04.19 in Freiburg

06/03/2019

Wir freuen uns sehr, dass die Wanderausstellung „fan.tastic females – football her.story“ in Freiburg zu Gast sein wird und unterstützen diese aktiv als Corrillo Ultras. Sexismus steht durch die von Männern dominierten Fußballfans in Deutschland auch bei uns im Dreisamstadion noch immer auf der Tagesordnung. Es ist die Aufgabe von uns allen dies zu ändern. Besucht die Ausstellung im Dreisamstadion!

Zur Facebook-Veranstaltung

Die Ausstellung mit über 80 Videoportraits von Frauen aus 21 Ländern wird in der Regel unter der Woche zwischen 15 Uhr – 20 Uhr geöffnet sein – *am Heimspielwochenende mit abweichenden Zeiten. Zudem wurde ein buntes Rahmenprogramm zusammengestellt:

Mo, 25.03.19, 17 Uhr, vitra.Lounge, Dreisamstadion
Offizielle Eröffnung mit Grußworten von Oliver Leki (Vorstand Finanzen SC Freiburg), Stefan Breiter (Bürgermeister Stadt Freiburg, Dez. IV) und Daniela Wurbs (Ausstellungsmacherin)

Do, 28.03.19, 19 Uhr, Fanhaus, Dreisamstadion
Abendveranstaltung: „Das hat mit Fußball nichts zu tun?! Sexismus hält sich in den Stadien, wird aber auch aktiv bekämpft. Wie ist der aktuelle Stand, wie entwickeln sich die Fankurven und was bleibt zu tun?“.

Podiumsgespräch mit Tobias (Corrillo Ultras), Antje Grabenhorst (Ausstellungsmacherin) , André Wunder (Fanbeauftragter SC), Ines Schnell (F_in-Netzwerk) und Sebastian Drescher (Fanprojekt München).

So, 31.03.19, vitra.Lounge & Fanhaus, Dreisamstadion
Aktionstag mit Workshop und Selbstbehauptungskurs (mit Anmeldung) sowie einem Wohnzimmergespräch mit Frauen beim Sport-Club.

Di, 02.04.19, Fanhaus, Dreisamstadion
Abendveranstaltung: Frauen- und Männerfußball im Gespräch mit Birgit Bauer (Abteilungsleiterinf SC Frauen), Jochen Saier (Vorstand Sport SC) und den ehemaligen Aktiven Julian Schuster und Juliane Maier. Moderation: Jakob Hahn und Jessica Trescher (Rotteck Gymnasium).

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Martin Horn (Stadt Freiburg) und dem SC Freiburg.

Weitere fragwürdige Maßnahme der Polizei-BW an der Dreisam

25/02/2019

Drei Wochen ist es her, dass eine vierstellige Anzahl SC-Fans beim Auswärtsspiel in Stuttgart aufgrund einer Polizeiblockade in gefährlicher Weise in einem engen Korridor gefangen waren und einen Teil des Spiels verpassten. Vor dem Heimspiel gegen Augsburg nahm die Freiburger Polizei die Geschehnisse von Stuttgart zum Anlass, erneut auf fragwürdige Weise gegen SC-Fans vorzugehen. So wurden auch einzelne Personen unserer Gruppe gezielt kontrolliert. Ihnen wurde vorgeworfen, in Stuttgart nach der Polizei-Blockade ihrem Unmut durch Beschimpfungen gegenüber Polizeibeamten Luft gemacht zu haben. 
Die Polizei griff, unter Leitung von Gabriel Winterer, einzelne Personen aus unserer Gruppierung heraus. Mindestens zwei Freiburger Fans wurden durch den Polizeieinsatz an der Dreisam verletzt und der SC-Fanbetreuung zur Dokumentation gemeldet. Einer der Polizeibeamten äußerte im Anschluss gegenüber den betroffenen Fans, dass die Aktion in Stuttgart „ein voller Erfolg“ gewesen sei. Auch bei dem Einsatz an der Dreisam reagierten alle Fans besonnen und ließen sich nicht von den Beamten provozieren.

Die Polizei Baden-Württemberg scheint einmal mehr die falschen Prioritäten zu setzen. Anstatt die Vorfälle von Stuttgart ernsthaft aufzuarbeiten und den verantwortlichen Einsatzleiter der Stuttgarter Polizei zur Rechenschaft zu ziehen, erweckt die Polizei den Eindruck, die Ereignisse aussitzen zu wollen und stattdessen Freiburger Fans zu kriminalisieren.

Unverantwortliche und gefährliche Polizeiaktion – die aktive Fanszene fordert Überprüfung der Maßnahme

04/02/2019

Beim gestrigen Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart wurden über 1.500 Freiburg Fans vor dem Anpfiff von der Polizei in einem engen Korridor festgehalten. Dabei wurden eine Massenpanik und Verletzte billigend in Kauf genommen, wenn nicht sogar provoziert. Nur durch besonnenes Verhalten der Fans konnte Schlimmeres verhindert werden. Die Fans verpassten durch die unbegründete Polizeimaßnahme die ersten 30 Minuten des Spiels.

Entgegen der Medienberichte durch den SWR verzögerte sich beim gestrigen Auswärtsspiel beim VFB Stuttgart nicht der Einlass selbst, vielmehr wurden über 1.500 Freiburg Fans durch eine Polizeisperre im Eingangskorridor zum Gästeblock festgesetzt. Die Polizeisperre befand sich am Ende des ca. 100 Meter langen und 6 Meter breiten Korridors, der durch hohe Zäune inklusive Sichtschutz begrenzt ist und keine Fluchtwege bietet. Damit erzeugte die Polizei eine enorme Gefahrensituation, die im Falle einer Massenpanik nicht mehr kontrollierbar gewesen wäre. Lediglich die unmittelbar an der Polizeisperre stehenden Personen wurden über die Gründe der Polizeisperre informiert: die Notwendigkeit zusätzlich zur gängigen Kontrolle am Stadioneinlass einzelne Fans aus der aktiven Fanszene gesondert zu kontrollieren. Einzelne Polizisten begründeten die Maßnahme gegenüber aufgebrachten Fans damit, dass nach der Ankunft des Fanzugs drei Fans Pyrotechnik gezündet hatten, die aber bereits festgenommen worden sind. Dass vermummte Polizisten zusätzliche Einlasskontrollen durchführen möchten, ist ein Novum für Freiburg-Fans. Solche Maßnahmen schränken Freiheitsrechte ein, stellen Fans unter Generalverdacht und untergraben die Autorität der Vereine als Veranstalter. Daher wurden die Kontrollen von der aktiven Fanszene abgelehnt. Diese konnte sich dann aber nicht ohne weiteres entfernen, weil immer mehr Menschen von hinten in den Korridor strömten und die Polizei sie anwies, sich nicht aus der Situation zu entfernen. Währenddessen begann die Polizei einzelne Fans zu kontrollieren. Dabei wurde festgestellt, dass durch die geringe Anzahl an Einsatzkräften lediglich zwei Fans zugleich durch die Polizei kontrolliert werden konnten und eine Kontrolle mehrere Minuten pro Person andauerte. Ein reibungsloser Ablauf der von der Polizei forcierten Maßnahmen war daher zu keinem Zeitpunkt gewährleistet.

Aufgrund der fortschreitenden Zeit wurden die Fans immer nervöser und begannen von hinten Druck auszuüben. Zu diesem Zeitpunkt war es den eingekesselten Fans nicht mehr möglich, die Situation zu verlassen. Die wiederkehrende Aufforderung an die Polizei, die Menschenmenge über die Maßnahme zu informieren und sie zu beruhigen, wurde durch die Polizei ignoriert. Da keine polizeiliche Einsatzleitung vor Ort war, gestaltete sich die Kommunikation äußerst schwierig. Es wurde dann über die eigenen Fan-Megafone versucht, die Freiburg Fans zu informieren. Mitten in der eingekesselten Menschenmenge brach während der Sperre ein Mann zusammen, der durch das besonnene Verhalten der Freiburg Fans dem Sanitätsdienst übergeben werden konnte. Einzelne Fans brachen aufgrund der Drucksituation, die nicht verlassen werden konnte, emotional zusammen. Die Polizeisperre wurde dann kurz vor Anpfiff des Spiels aufgelöst, ohne dass eine Kontrolle oder ähnliches durchgeführt wurde. Warum die Polizeisperre aufgelöst wurde, ist uns nach wie vor nicht bekannt. Die unmittelbare Auflösung der Polizeisperre in Verbindung mit dem nahenden Anpfiff des Spiels führte dann dazu, dass sich erneut eine Drucksituation am eigentlichen Stadioneinlass aufbaute. Die Ordner versuchten durch zügige Kontrollen die Situation zu entspannen, was jedoch erst gelang, als die Drehkreuze geöffnet wurden.

Zusätzlich festzuhalten bleibt, dass die Polizei etwa zur Ankunftszeit der zugreisenden Freiburg-Fans bereits am Gästeblock eine anlasslose Personenkontrollen aller Mitfahrer eines Freiburger-Fanbus durchführte. Dieser wurde zudem durch Polizeibeamte sowie Hunde durchsucht. Gerade mit Hinblick auf diese Maßnahmen ist es fraglich, inwieweit der unverhältnismäßige Polizeieinsatz gegenüber allen Freiburg-Fans nicht schon lange im Vorhinein geplant war und das Abbrennen von Pyrotechnik einzelner als willkommene Rechtfertigung von selbigen gegenüber dem SWR genannt wurde.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten: Über 1.500 Fans wurden über eine Stunde in eine Gefahrensituation gebracht und verpassten die ersten 30 Minuten des Spiels. Zum Zeitpunkt der Öffnung der Polizeisperre war die Situation kurz davor völlig außer Kontrolle zu geraten. Nur durch das besonnene Verhalten einiger Fans konnte eine Massenpanik verhindert werden. Wir verurteilen diese polizeiliche Maßnahme aufs Schärfste und fordern eine unabhängige Überprüfung dieser Maßnahme sowie eine Stellungnahme des VfB Stuttgarts als gastgebender Verein.  

Freiburg, 04.02.2019

Corrillo Ultras, Immmer Wieder Freiburg, Natural Born Ultras, Supporters Crew Freiburg, Synthesia Ultras

Achtungserfolge

01/02/2019

Als Achtungserfolg bezeichnet man gemeinhin einen kleineren Sieg, der im Gesamtzusammenhang keine größere Bedeutung hat. Damit lässt sich auch die aktuelle Situation der Fanszenen Deutschlands ganz treffend beschreiben. In der DFL-Versammlung wurde der Erhalt von 50+1 beschlossen und durch deutlich sichtbare Proteste in den Stadien scheint sich das Problem der Montagsspiele in der 1. und. 2. Bundesliga mit der nächsten TV-Rechtevergabe zu erledigen.

Trotz klarer Entscheidung zur Beibehaltung der 50+1-Regel, ist sie nach wie vor Angriffen ausgesetzt und auch der Weg von der Abschaffung der Montagsspiele hin zu generell fanfreundlichen Anstoßzeiten ist noch weit. Genau der richtige Zeitpunkt, nochmals an unsere Positionen zu erinnern:

Anstoßzeiten
• Montagsspiele müssen in allen Ligen abgeschafft werden. Keine englischen Wochen mehr. Freitags und im DFB-Pokal nicht vor 19.30 Uhr, am Wochenende nicht vor 14 Uhr, sonntags nicht nach 15.30 Uhr und Einhaltung der 300-km Klausel für Randspieltage.

50+1
• 50+1 faktisch und dem Sinn nach erhalten, keine Aufweichung, keine weiteren Ausnahmen. Die klare Position zu 50+1 ist von den Vereinen auch gegenüber dem Kartellamt zu vertreten.

Stadionverbote
• Verzicht auf das „Breitbandantibiotikum“ Stadionverbote. Vereine und Verbände maßen sich hier Zuständigkeiten weit über ihren Hausrechtsbereich hinaus an. Ein Stadionverbot ist eine Strafe ohne offenen Rechtsweg.

Sportgerichtsbarkeit
• Abkehr von der sogenannten Sportgerichtsbarkeit. Transparenz und Vergleichbarkeit der Strafen sind in der momentanen Praxis nicht ansatzweise gegeben.

Fanmaterialien
• Freigabe aller Fanmaterialien in allen deutschen Ligen. Verbote schaffen sinnloses Konfliktpotential.

Videobeweis
• Abschaffung des Videobeweises. Emotionen unter Vorbehalt entwerten das Stadionerlebnis.

Transparenz
• Des Weiteren müssen DFB, DFL und Vereine endlich offen, zeitnah und verbindlich zu fanrelevanten Themen kommunizieren. Beispielsweise muss das Abstimmungsverhalten bei Verbandssitzungen den Vereinsmitgliedern transparent gemacht werden. Ebenso wie anstehende Themen und Entscheidungen, nur so ist echte Meinungsbildung innerhalb der Vereine möglich.

Es hat gerade erst begonnen!

Die Fanszenen Deutschlands im Januar 2019

Gegen die Verschärfung der Polizeigesetze

10/01/2019

Am 12. Januar findet in Freiburg eine Demonstration gegen die Forderung von Innenminister Strobel statt, die Polizeigesetze in Baden-Würtemberg zu verschärfen. Da diese Gesetzesänderung unter Anderem auch uns Fußballfans das Leben schwer machen möchte, verweisen wir auf den Demoaufruf.