Montagsspiel in Mainz: kein organisierter Support / Protestaktionen

12/04/2018

Die Mainzer und Freiburger Fanszenen haben sich darauf verständigt, beim anstehenden Montagsspiel Mainz 05 vs. Sport-Club Freiburg auf den üblichen Support zu verzichten. Es wird somit von uns keine organisierte Unterstützung an diesem Abend geben: Keinen Vorsänger, keine Fahnen, keine Trommeln. Stattdessen planen beide Seiten verschiedene Protestaktionen im Stadion.

Es ist enorm wichtig bei unserem ersten Montagsspiel in der Bundesliga ein deutlich hörbares und sichtbares Zeichen für fangerechte Anstoßzeiten zu setzen. Der Verlauf der 50+1-Debatte hat gezeigt, dass eine laute Stimme der Fans notwendig und elementar ist um den Fußball zu schützen. Wir Fans dürfen nicht nur von unseren Vereinsvertetern entsprechendes Handeln fordern, sondern müssen selbst Zeichen setzen. Für das Spiel am Montag sehen wir einen starken Protest im Stadion daher als das Mittel der Wahl an.

Beide Teams wurden über den Protest und dessen Gründe informiert. Wir rufen alle anwesenden Fans dazu auf, sich den Protesten anzuschließen. Um der Tristesse am Montagabend auch optischen Eindruck zu verleihen, empfehlen wir schwarze Kleidung anzuziehen.

Gemeinsam für einen Fußball im Sinne des Sports und der Fans!

Protest beim Montagsspiel in Mainz

30/03/2018

Wie bereits angekündigt findet aus Protest gegen den Montag als weiteren Spieltermin in der Bundesliga am Samstag vor unserem Montagspiel bei Mainz 05 ein Spiel zweier Fanteams aus Mainz und Freiburg gegeneinander statt. Doch auch am Montagabend selbst werden wir zeigen, dass wir für fangerechte Anstoßzeiten und gegen eine zunehmende Abwendung des Fußballs von den Fans im Stadion kämpfen. Da ein Boykott des Spiels nicht die nötige Wirkung erzielen würde, werden wir auch am Montagabend nach Mainz fahren und ins Stadion gehen. Dort werden wir den Protest, der mit dem gemeinsamen Fanspiel am Samstagnachmittag beginnt, durch verschiedene weitere Aktionen fortsetzen. Auch wenn der Montagabend ein absolut ungünstiger Termin für ein Auswärtsspiel ist, legen wir allen SC-Fans nahe nach Mainz zu fahren und sich dort an den Protestaktionen zu beteiligen. Denn nur ein Protest, der von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wird, kann eine Wirkung erzielen.

Samstags halb vier – Fußball, Bratwurst, Bier

28/03/2018

Der Fußball gehört uns allen! Wir wollen live im Stadion dabei sein, wenn unsere Mannschaft spielt. Der neue Spieltermin am Montagabend erschwert das und geht an den Bedürfnissen vieler Fans vorbei. Wir wollen dazu eine Alternative bieten. Gemeinsam mit anderen Freiburger Fangruppen, der Supporters Crew e.V. und Fans von Mainz 05 haben wir die Initiative ergriffen und wollen mit einem Spiel zweier Fanauswahlen ein Zeichen setzen. Für Fußball – wie er sein soll! Live, authentisch, stimmungsvoll, nahbar und vor allem: Samstag um 15:30 Uhr!

Austragungsort ist das Stadion am Bruchweg in Mainz. Der Eintritt ist frei. Treffpunkt für alle SC-Fans ist der Gästeblock auf der Gegengerade.

Weitere Infos folgen in den nächsten Tagen über die üblichen Kanäle.

Polizeibericht 16.3.2018 zur Begegnung SC Freiburg – VfB Stuttgart

17/03/2018

Wie beim Heimspiel zuvor lief unserer Gruppe aus Richtung Innenstadt die Kartäuserstraße entlang, um über den Ottiliensteg die Nordtribüne zu erreichen. Der Unterschied zum vorherigen Heimspiel bestand lediglich darin, dass die anwesende Polizeitruppe nicht bereits am Sandfangweg fragte, ob wir der Heim-oder Gastmannschaft zugehörig seien, sondern erst auf dem Ottiliensteg, 200m vor der Nordtribüne.

Dass dies zum wiederholten Male passierte, trotz vorheriger fast zweistündiger engagierter Verfolgung eines Freiburger SKB´s mit dem Codenamen „Adler 21“, zeigt eigentlich schon die ganze Inkompetenz der verantwortlichen Personen der Freiburger Polizei auf.
Nachdem diese prekäre Frage dann geklärt und die Polizeisperre aufgehoben war, konnten wir die letzten Meter, begleitet von Sprüchen der Beamten wie „ Halt die Fresse, du Wichser!“, fortsetzen.

Während die Lakaien von Einsatzleiter Winterer sich während des Spiels an den Zu- und Abgängen der Tribüne versammelten – vermutlich um beim Schwenken einer Fahne mit einem Schwein darauf sofort den Block stürmen zu können – versperrten sie nach dem Spiel einem großen Teil der Nordtribünenbesucher schon direkt am Ausgang den üblichen Weg entlang der Dreisam. Um sich die Zeit etwas zu vertreiben, bis die Gruppe endlich das Stadion verließ und vermutlich auch um der herrschenden Kälte etwas entgegen zu wirken, schubsten die Polizisten derweil eine einzelne Person, welche bereits draußen stand, im Kreis herum.

Polizeisperre hinter der Nordtribüne

Polizeisperre hinter der Nordtribüne nach dem Spiel

Als die Polizeisperre – wieso diese aufgestellt wurde wird wohl für immer aus „einsatztaktischen Gründen“ ein Geheimnis von Einsatzleiter Winterer bleiben – den Fans dann Durchgang gewährte, wurde von uns wie auf dem Hinweg die Strecke über Ottiliensteg und Kartäuserstraße benutzt. Trotz der Tatsache, dass diese Route in keiner Weise auch nur annähernd in die Nähe des Gästebereichs oder abfahrender Gästebusse führt, folgte uns bereits hier eine Polizeieinheit mit Kamera und Kampfausrüstung.

Im Polizeibericht des Spiels wird behauptet „…mussten die polizeilichen Einsatzkräfte im Rahmen der Fantrennungsmaßnahmen eine dreistellige Anzahl Freiburger Ultras davon abhalten, an Stuttgarter Fanbusse heranzukommen.“ Jeder mit ein bisschen Ortskenntnis, welche die uns begleitenden Uniformierten definitiv nicht hatten, dürfte sich nun die Frage stellen, wie es uns gelingen sollte, von der Kartäuserstraße aus an die Stuttgarter Fanbusse, welche ja bekanntlich vor dem Gästeblock auf der Schwarzwaldstraße parkten, heranzukommen.

Um dem bewaffneten Gefolge und den Provokationen des ebenfalls wieder anwesenden „Adler 21“ zu entgehen, überschritt ein großer Teil der Gruppe die Wiese in Richtung Sandfangweg. Von dort gingen wir in Richtung des Freiburger Fanprojektes, um diesem noch einen Besuch abzustatten; so wie wir es nahezu jedes Heimspiel machen. Weder auf dem Sandfangweg noch an der Schwarzwaldstraße auf Höhe des Fanprojektes standen oder fuhren Stuttgarter Fanbusse, die hätten angegriffen werden können.

Am Fanprojekt bot sich dann eine abschreckende Kulisse mit behelmten Polizisten, die offenbar bereits auf unsere Ankunft warteten. Um diesem eskalierenden Szenario am Fanprojekt zu entgehen, entschloss sich der Großteil der dort anwesenden Fans den direkten Weg in Richtung Innenstadt fortzusetzen. Auch auf dieser Strecke, auf welcher wir von einer dreistelligen Anzahl an Polizisten verfolgt wurden, waren weit und breit keine Stuttgarter Fanbusse, die als potenzielles Angriffsziel hätten dienen können, wie es die Polizei in ihrem Bericht absurderweise behauptet.

Wie schon nach dem Heimspiel gegen Mönchengladbach stellen wir erneut fest, dass die Freiburger Polizei Berichte veröffentlicht, die Unwahrheiten enthalten und durch bloße Unterstellungen lediglich dazu dienen sollen, das seit Jahren unverhältnismäßige Auftreten der Freiburger Polizei gegenüber Fußballfans in der Öffentlichkeit zu rechtfertigen.

Polizeibericht 04.03.18 zur Begegnung SC Freiburg e.V. – FC Bayern München AG

05/03/2018

Auf dem Weg zum Stadion lief unsere Gruppe aus der Innenstadt kommend die Kartäuserstraße entlang, um – wie viele andere Heimfans üblicherweise auch – über den Ottiliensteg die Dreisam zur Nordtribüne zu überqueren. In Höhe des Sandfangwegs stand ein Mannschaftswagen der Polizei quer auf der Straße. Ob dies einer Untermauerung der hier beginnenden Einbahnstraße für PKWs diente oder einen anderen Hintergrund hatte, war nicht ersichtlich. Da es für Fußgänger problemlos möglich war neben dem Verkehrshindernis vorbei zulaufen und eine Absperrung für Heimfans im Bereich hinter der eigenen Fantribüne auch absolut keinen Sinn ergibt, lief unsere Gruppe weiter auf der Kartäuserstraße. Einer der anwesenden Polizisten fragte ein Mitglied unserer Gruppe, ob wir Freiburger oder Münchner seien. Nachdem diese anspruchsvolle Frage geklärt war, gab er uns den Tipp, doch bitte über den Sandfangweg zu laufen. Das Mitglied unserer Gruppe übernahm daraufhin kurz das Briefing, das vonseiten der Einsatzleitung wohl verschlafen wurde und wies den Polizisten darauf hin, dass es sich bei der Kartäuserstraße nicht nur um den schnellsten, sondern auch um einen von mehreren gewöhnlichen Wegen von Heimfans zur Nordtribüne handelt.

Nachdem bereits die Hälfte der Gruppe das Polizeiauto passiert hatte, stieg der Fahrer des Polizeiautos aus und brüllte die Frage in die Runde, ob sie „eigentlich zum Spaß hier stehen würden?“. Da wir ihm bei der Beantwortung seiner Frage nicht helfen konnten, begann er eine Person aus der Gruppe mit Handstößen gegen die Brust zu traktieren. Aus der Gruppe ließ sich aber niemand von diesem Verhalten provozieren und der Weg zur Nordtribüne wurde fortgesetzt. Ein weiterer Polizeibeamter brüllte daraufhin aufgeregt in sein Funkgerät, dass eine „aggressive Gruppe mit 80 Mann soeben die Polizeiabsperrung durchbrochen hätte“.

Dokumentation einer weiteren sinnlosen Maßnahme der Freiburger Polizei unter Leitung von Gabriel Winterer

Aufklärung über die eigentlich unerklärliche Straßensperrung ergab sich uns wenige Minuten später, als der Beifahrer des Mannschaftswagens beim Vorbeifahren an unserer Gruppe den Freiburger Stadtplan studieren musste, um seinen Fahrer zum Ziel zu lotsen. Offensichtlich hat Einsatzleiter Winterer hier ortskundiges Personal im Bereich rund um das Stadion eingesetzt. Aufgrund der besonnenen Reaktion unserer Gruppe blieb dieser Fauxpas ohne größere Auswirkungen.

Die Zukunft des Fußballs beginnt jetzt – und wir müssen sie gestalten!

28/02/2018

Wie bundesweit viele Fanszenen haben auch wir uns am letzten Wochenende beim Auswärtsspiel in Hoffenheim für einen Erhalt der 50+1-Regel eingesetzt. Unter den Bildern ist noch einmal zusammengefasst um was es geht.

Was ist passiert?

Nach dem offiziell von Martin Kind ruhend gestellten Antrag auf Ausnahme der 50+1-Regel für sich und Hannover 96 soll die 50+1-Regel nun von allen DFL-Clubs „modifiziert“ werden. Für eine solche Modifizierung werden 24 von 36 Stimmen, also eine 2/3-Mehrheit, aller DFL-Mitglieder (=Clubs) benötigt. Martin Kinds Problem wird somit zum Problem aller Fans und Vereine.

DFL und DFB haben nichts verstanden!

Die Grundsatzdiskussion zur 50+1-Regel wurde nach jahrelangen Diskussionen mit 36:0 Stimmen aller DFL-Clubs 2014 zum Abschluss gebracht. Seit 2014 ist eigentlich überhaupt nichts passiert, schon gar nicht seit August 2017, wo es noch von DFB und DFL großspurig hieß: „Wir haben verstanden“. Nur Martin Kind konnte man nicht wie erwartet durchwinken. Ein Erfolg aller Fans-bundesweit!

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert will das Fass jetzt wieder öffnen und initiiert eine „Grundsatzdebatte zur 50+1-Regel“, um nicht nur Kind, sondern allen Investoren eine Übernahme zu ermöglichen, ob sie nun Kind, Kühne, Isamaik oder sonst wie heißen. Damit steht fest: Seifert, Grindel & Co haben überhaupt nichts verstanden. Sie glauben ernsthaft, die Fans hintergehen zu können, indem sie Wasser predigen und Wein saufen!

Was ist das Ziel der angestrebten Modifizierungen?

Im Klartext: nichts weiter als das faktische Ende von 50+1 in Deutschland durch die Hintertür. Denn jetzt wollen natürlich auch andere Investoren die Diskussion nutzen, mit Hilfe williger Club-Bosse (wenn nicht sowieso identisch) „ihre“ Clubs von der vermeintlichen 50+1-Geißel zu befreien und dafür nicht erst 20 Jahre lang eine erhebliche Förderung nachweisen zu müssen. Eine 5-Jahres-Frist, wie sie in der freien Wirtschaft für „Heuschrecken“-Investoren üblich ist, wurde bereits ins Spiel gebracht.

Die neuerdings gerne gebrauchte und harmlos klingende Aussage, es solle doch jeder Verein selbst über 50+1 entscheiden, bedeutet letztlich nichts anderes. Wenn ein Verein selbst und nicht mehr die DFL entscheiden, ob ein Investor übernehmen darf oder nicht, sobald sich der Verein als gefördert „ansieht“, sind nicht nur Kind und Ismaik am Ziel ihrer Bestrebungen.

Steht dabei die Vereinssatzung im Weg, wird man schon dafür sorgen, dass die Abstimmungsergebnisse passend gemacht werden, und sei es durch Geschenke an Einmal-Wähler (Trikot für Stimme) wie in Hamburg und Stuttgart unlängst geschehen. Wie es bei 1860 München aktuell ohne eine ernsthaft gelebte 50+1-Regel aussehen würde, kann sich jeder selbst ausmalen.

Wieso ist das jetzt wichtig für alle Fans und Fanszenen in Deutschland?

Die jetzt schon offensichtliche Schere zwischen arm und reich im Fußball würde noch größer werden als ohnehin schon. Investoren würden sich naturgemäß zuerst für die großen Clubs interessieren. Für Traditionsclubs, Zweitligisten oder gar noch niedriger spielende Clubs, die sich dem Ausverkaufswettbewerb nicht anschließen wollen, würde das letztlich bedeuten, dass es für sie noch unmöglicher würde, zur Spitze aufzuschließen.
Wenn die Großen noch größer werden und die Ab- und Aufstiegsplätze mehr denn je schon vor Saisonbeginn feststehen, werden sich die kleinen, oft überschuldeten Clubs in Ihrer Verzweiflung dann doch mit dem arabischen, amerikanischen, russischen oder chinesischen Investor ins Bett legen, um die Abkürzung zu nehmen. RB Leipzig lässt grüßen.

Dass dadurch auch Eintrittspreise steigen oder Trikotfarben den Hauptsponsoren angepasst werden ist so klar wie die damit verbundenen Veränderungen für die Fanszenen, die oft beschworene Fankultur und das soziale Mengengefüge im Stadion. Die billigste Dauerkarte bei Arsenal London kostete schon 2013 über 1.000 EUR. Nicht umsonst pilgern jedes Wochenende Hunderte Fans aus dem Ausland wegen bezahlbarer Eintrittskarten und guter Stimmung in Deutschlands Stadien.

Wie soll das Ziel erreicht werden, 50+1 abzuschaffen?

Namhafte und weniger namhafte Persönlichkeiten wie Christian Seifert, Christoph Schickhardt (umtriebiger Fußball-Anwalt vieler Clubs), Alfred Draxler (Bild) und Rainer Franzke (Kicker) sowie diverse Club-Funktionäre werden ihre aufgehübschten alternativen Ansichten von 50+1 massiv bewerben.

Mit wertlosen Brotkrumen, die größtenteils selbstverständlich sein sollten und auch problemlos ohne eine Diskussion um 50+1 festschreibbar wären (z.B. Verbote zur Änderung von Vereinsfarben oder ein Umzug von Clubs in eine andere Stadt), wird man dabei versuchen, die Fans zu gewinnen. Ziel ist es, die de facto Abschaffung von 50+1 salonfähig zu machen.

Was muss man tun, um dem entgegenzuwirken?

Es ist eindeutig der sportpolitisch wichtigste Kampf der Fans in naher Zukunft, da deren Ausgang zwangsweise Einfluss auf unseren Fußball in zehn, zwanzig, dreißig oder vielleicht auch schon zwei Jahren haben wird und auf unsere Mitbestimmungsmöglichkeiten in den Vereinen (noch) mit Bindung zu den Profis.

Wird 50+1 ausgehöhlt, öffnet sich die Büchse der Pandora. Es ist dann keine Frage mehr ob, sondern wann englische/spanische/französische Verhältnisse im deutschen Fußball einkehren.

Der Gegenwind der Fans muss massiv und dauerhaft sein, um Wirkung zu zeigen. Augen zu und durch – das gelingt vielleicht im Kleinen, aber nicht, wenn der Gegenwind alle Stadien in irgendeiner Form erfasst und damit das gesamte „Premiumprodukt“ der DFL. Bleibt der Gegenwind dagegen aus, haben die 50+1-„Putscher“ freie Hand. Den Verantwortlichen bei DFB und DFL sowie in besonderem Maße auch in den (ausgelagerten) Clubs und Vereinen muss klar werden, dass sie massiver Widerstand erwartet, wenn sie sich auf das durchschaubare Spiel einlassen.

Parallel dazu sollten alle Fanszenen dafür sorgen, Einfluss in ihren Vereinen zu erlangen und dort Verantwortung zu übernehmen. Wer kein Vereinsmitglied ist, kann keinen Einfluss nehmen und wer keinen Einfluss nehmen kann, gibt seine Mitbestimmungsrechte auf.

Das Wichtigste jetzt:

Keine neue Grundsatzdebatte zu 50+1!

Die 50+1-Regel und die Kriterien für eine Ausnahmegenehmigung sind nicht verhandelbar!

 

 

Schäm Dich, NOFV!

03/02/2018

Am vergangenen Samstag zeigten wir bei unserem Heimspiel gegen Leverkusen ein Spruchband auf dem „Solidarität mit Babelsberg 03. Nazis raus!“ zu lesen war. Kurz zum Hintergrund: Im April 2017 zeigten Cottbus-Fans beim Spiel in Babelsberg 03 mehrmals Hitlergrüße und skandierten unter anderem „Arbeit macht frei, Babelsberg 03“ und „Zecken, Zigeuner und Juden – Babelsberg 03“ in Richtung Heimkurve. Zudem stürmten Teile dieser Menschen zweimal den Platz. Das kann man sich z.B. in diesem Video zu Gemüte führen. Die Babelsberg-Fans reagierten darauf mit „Nazischweine raus“-Rufe. Beide Anhängerschaften brannten zudem Pyrotechnik ab. Im Folgenden wurde Energie Cottbus zu einer Geldstrafe in Höhe von 16.000 Euro und einem Geisterspiel verurteilt. Nicht wegen den rechtsradikalen Gesängen, sondern wegen der Pyrotechnik und einem versuchten Platzsturm. Die antisemitischen Gesänge und dokumentierten Hitlergrüße blieben in der Urteilsbegründung unerwähnt und unbestraft. Babelsberg 03 jedoch muss für die Pyroaktion sowie den „Nazischweine raus“-Rufe 7.000 Euro bezahlen. Zwar behauptet der NOFV, dass die Rufe von Babelsberg-Fans lediglich der Vollständigkeit wegen in der Urteilsbegründung auftauchen und diese nicht in das Strafmaß eingeflossen sind, sie aus der Urteilsbegründung streichen will er jedoch nicht. In Kombination mit der fehlenden Bestrafung gegen Cottbus wegen der antisemitischen Auswüchsen ein mehr als fragwürdiges Verhalten. Widerlich, NOFV!
Babelsberg 03 weigert sich nun aufgrund der in der Urteilsbegründung aufgeführten „Nazischweine raus“-Rufe die Strafe zu bezahlen. Der Nordostdeutsche Fußballverband kündigte daraufhin den Ausschluss des Potsdamer Vereins aus der Regionalliga an. Eine Frechheit!

Nazischweine raus!
Was gerade in Deutschland passiert ist besorgniserregend. Wer noch von „wehret den Anfängen“ oder die AFD frei von ihrem rechtsradikalen Kern spricht, der hat nicht verstanden, was gerade passiert. Allein ein Blick auf die letzte Woche zeigt, was für alarmierende Zustände wir erreicht haben: 3000 Menschen bei einer rassistischen Demo in Cottbus, ein Sprengstoffanschlag auf einen Döner-Imbiss in Zinnowitz, ein Schuss auf eine Moschee in Halle mit einem Verletzten und ein rassistischer Angriff auf einen Mann aus Guinea-Bissau in Magdeburg, welcher im Krankenhaus landet. Es gilt in jeder Situation – und selbstverständlich auch beim Fußball – klare Worte zu finden und kein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Wir wünschen Babelsberg 03 auf ihrem Weg viel Kraft und Erfolg – ihr seid nicht alleine.
Faschismus bekämpfen. Überall!

Polizeibericht: 20.01.18 zur Begegnung SC Freiburg e.V. – RB Leipzig GmbH

24/01/2018

In Zukunft werden wir unter der Rubrik „Polizeibericht“ regelmäßig über die Aktivitäten der Freiburger Polizei bei Spielen des Sport-Club Freiburg e.V. berichten. Beginnen möchten wir mit einem Rückblick auf den Heimspieltag am 20. Januar 2018.

Freiburg, 20.01.2018
Die Polizei filmte über längere Zeit den Eingang des Fanprojekts, in dem eine Veranstaltung über die Entstehung des Fanvereins Austria Salzburg stattfand. Eine Grundlage für diese Einschränkung einer von Stadt, Land, und DFB finanzierten sozialpädagogischen Einrichtung wurde den von den Videoaufnahmen Betroffenen nicht mitgeteilt. Ebenso wenig was mit den Aufnahmen geschieht.

Polizei Freiburg überwacht Fanprojekt

Besucher des Fanprojekt Freiburg werden überwacht

Im Stadion besuchte Einsatzleiter Winterer mit einem Gast aus der Schweiz die Nordtribüne. Dabei offenbarte er in einer für Umstehende nicht zu überhörenden Lautstärke dem Eidgenossen, dass er sich manchmal den „Spaß macht“ und sich bewusst vor die Plätze der Ultras stellt. Diese würden dann mit Beleidigungen ihm gegenüber reagieren, woraufhin wiederum Stadionverbote verhängt würden. An diesem Spieltag verzichtete der Leiter des Polizeirevier Freiburg-Süd allerdings auf diese scheinbar bewusste Form von Provokation und ging in die andere Richtung weg.

Nach dem Spiel forderte ein namentlich bekannter szenekundiger Beamter des Polizeirevier Freiburg-Süd einen SC-Fan mit einem äußerst aggressiven Ton dazu auf, ihn zu schlagen. Der Fan ging auf das Angebot zur Körperlichen Auseinandersetzung nicht ein. Der SKB musste daraufhin von seinem Kollege beruhigt werden.

12 Minuten Protest

22/01/2018

Viele von euch haben die Proteste und Spruchbänder in der Hinrunde gegen die zunehmende Entfremdung des DFB und Co. von der Basis des Fußballs – uns Fans – mitbekommen und mitgetragen. Wie wir zum Jahresende berichteten, haben wir den Verbänden für die Winterpause einen Forderungskatalog zugeschickt, in welchem wir detailliert die Problemfelder ansprechen, welche unserer Meinung nach am dringendsten gelöst werden müssen. Darüber hinaus haben wir im selben Atemzug mögliche Lösungen skizziert.

Als einen dieser Punkte haben wir die bundesweite Freigabe sämtlicher Fanmaterialien gefordert. Aktuell ist die Situation in den deutschen Stadien bis runter zur fünften Liga uneinheitlich und teilweise sinnlos restriktiv. So gehört es zum Alltag eines Auswärtsfahrers, dass seine Fahnenstange aufgrund von 12cm Überlänge am Eingang des Gästeblocks im „besten Fall“ gekürzt, im schlechtesten Fall nicht hineingelassen wird, Doppelhalter werden gleich von vornherein verboten. Von den Komplikationen, die bei der Anmeldung einer Choreographie anfallen, ganz zu schweigen. Da müssen Unsummen für brandfesten Stoff ausgegeben werden, während der „Premiumsponsor“ parallel mit Flyern aus Papier für sein jeweiliges Produkt werben darf. Auch ist es in der Vergangenheit bereits vorgekommen, dass das simple Mitnehmen eines Schals, einem der ursprünglichsten Fanartikel, verboten wurde. Der neuste Clou aus Frankfurt ist die Beschränkung der erlaubten Taschengröße auf DIN-A4, was einen Spielbesuch in einer englischen Woche, in welcher man eh schon schauen muss, dass man pünktlich von der Arbeit abhauen kann, erheblich und unnötig erschwert.

Die von uns angestrebte komplette Freigabe aller Fanutensilien ist unproblematisch und unbürokratisch durchsetzbar, das hat allein schon die vorübergehende Aussetzung der Kollektivstrafen in der Hinrunde gezeigt. Auch wenn es sich hierbei um zwei verschiedene Sachgebiete handelt, zeigt sich, dass die Probleme angepackt werden können, wenn man denn will.

Um unserer exemplarischen Forderung Nachdruck zu verleihen werden wir beim kommenden Auswärtsspiel in Dortmund die ersten zwölf Minuten auf sämtliche Fanutensilien verzichten. Wir werden keine Trommeln aufbauen, keine Fahnen schwenken und keine Zaunfahnen aufhängen. Wir werden unsere Mannschaft zwölf Minuten lang allein mit unserer Stimme unterstützen. Nach Ablauf der Zeit wird alles wie gewohnt sein. Mit diesem Kontrast möchten wir darauf hinweisen, was für eine Tristesse möglicherweise in einigen Jahren in den deutschen Stadien vorherrscht, wenn wir nicht jetzt sofort gegensteuern. Gleichzeitig möchten wir ein unmissverständliches Zeichen nach Frankfurt senden, dass die Herren ihren ganzen Worten nach wie vor Taten schuldig sind! Eine dieser Taten kann nur heißen:

Freigabe aller Fanutensilien bundesweit – Jetzt!

Für Veränderungen im Fußball

21/12/2017

Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende entgegen. Eine Zeit geprägt von besonderen Protesten und Ereignissen von der 1. bis zur 5. Liga. Die Proteste richteten sich in erster Linie gegen die sich zuspitzende Entfremdung der Verbände, allen voran DFB und DFL, von der Basis des Fußballs – uns Fans. Betrachtet man die sechs Aktionsspieltage in ihrer Themenbreite und Geschlossenheit, wird jedem, der sich nur ein bisschen mit Fußball beschäftigt und regelmäßig Spiele seines Vereines live verfolgt, bewusst: wir befinden uns in einer Phase der Veränderung.

Der Fußball in Deutschland mit seiner einzigartigen Fanlandschaft, seinen unzähligen Fanszenen und seinen „immer vollen“ Stadien, steht an einer roten Linie.

Die Fans haben den Fußball in Deutschland zu dem gemacht für was er heute bekannt ist und welchen Namen er auf der ganzen Welt besitzt. Im Gegenzug gibt es leider unzählige Beispiele dafür, was den Fans in den letzten Jahren als Rucksack mitgegeben wurde, nur damit die Spirale des Profits immer weiter nach oben gedreht werden konnte. Die Aktionsspieltage seit dem 18.08.2017 haben klar gezeigt, dass nicht nur die Ultras oder „Hardliner“ die Nase voll davon haben, Jahr für Jahr neue Schikanen ertragen zu müssen, nur um ihren Verein zu den Spielen begleiten zu können.

Nicht erst seit dem Standpunktgespräch beim DFB am 09.11.2017 in Frankfurt ist uns bewusst, dass man den Fußball wohl nicht von heute auf morgen allumfassend verändern wird. Wir sehen uns aber weiterhin in der Pflicht dafür zu kämpfen, dass die genannte „rote Linie“ nicht überschritten wird. Im Anschluss an das Gespräch haben wir daher Positionspapiere zu den drängendsten Problemen erarbeitet, die wiedergeben, was kurz- bis mittelfristig verändert werden muss.

Diese Papiere haben wir den handelnden Personen des DFB und der DFL als Aufforderung mitgegeben und möchten sie nun auch Euch nicht vorenthalten:

1. Kommerzialisierung

2. Stadionverbote

3. Sportgerichtsbarkeit

4. Fanrechte

5. Anstosszeiten

Die nächsten Wochen werden zeigen, wie ernst wirklich eine Veränderung angestrebt wird und ob tatsächlich ein Umdenken stattfindet. Wir sind hochmotiviert, ausdauernd und haben noch so einige Ideen in petto. Wir sehen, hören, riechen, fühlen uns im Jahr 2018!

Die Fanszenen Deutschlands