Polizeibericht 31.08.2019 zur Begegnung SC Freiburg vs. 1.FC Köln

03/09/2019

Über 100 Fans des Sport-Club Freiburg e.V. fuhren am Samstagmittag gemeinsam mit dem Fahrrad zum Heimspiel gegen den 1.FC Köln. Ohne außergewöhnliche Vorkommnisse kamen die Fans gegen 13 Uhr an der Kreuzung Schwarzwaldstraße/Fritz-Geiges-Straße an, um weiter in Richtung Dreisam zu fahren. An dieser Stelle drangen plötzlich zwei Polizeipferde samt Reiter in die Gruppe ein, wodurch mehrere Radfahrer stürzten. Teilweise kam es durch die Stürze zu leichten Verletzungen. Als einer der Verunfallten seinen Unmut über die gefährliche Polizeiaktion äußern wollte, wurde er unter dem Vorwurf der Beleidigung von der Polizei in Gewahrsam genommen.

Kurze Zeit später fiel die Polizei Baden-Württemberg unter Einsatzleiter Gabriel Winterer erneut durch eine unverhältnismäßige Aktion auf: Zwei Zivilpolizisten wollten einen Fan erkannt haben, der in der Stadt einen pyrotechnischen Gegenstand gezündet haben sollte. Die auf mittlerweile rund 150 Personen angewachsene Gruppe wurde daraufhin an der Dreisam von der Polizei gestoppt und eingekesselt, bis der Verdächtige in Gewahrsam genommen werden konnte.

Obwohl der Gesuchte sich freiwillig den Polizeikräften zu erkennen gab, um die von Seiten der Polizei aufgeheizte Stimmung zu beruhigen und dabei weder von ihm oder der eingekesselten Gruppe eine Gefahr ausging, wurde der Verdächtigte gewaltsam und bloßstellend auf die Stadionwache abgeführt. Die Reaktion der Polizisten auf den Hinweis des unverhältnismäßigen Verhaltens bei der Abführung lautete „Mann oder Memme“. Auch wurde die Fanbetreuung des SC-Freiburg auf Geheiße des Einsatzleiter Winterers der Stadionwache verwiesen und die Anwesenheit von Mitarbeiterinnen des Fanprojekts war von Seiten der Polizei spürbar unerwünscht.

Nach der Aufnahme seiner Personalien wurde dem Verdächtigen im Anschluss zudem ein Hausverbot für das Dreisamstadion sowie ein Platzverweis für einen großen Teil von Littenweiler ausgesprochen. Der Spielbesuch wurde ihm somit trotz des geringen Vorwurfs einer Ordnungswidrigkeit – die sich weit vom Stadion entfernt abgespielt haben soll – verwehrt.

Nach dem Spiel ließen wir den Abend gemütlich an der Dreisam ausklingen und wurden dabei anlasslos über mehrere Stunden von der Polizei beim Grillen beobachtet.

Wir fordern die Polizei Freiburg und in Person Gabriel Winterer nochmals mit Nachdruck auf, dieses provokante und eskalierende Verhalten zu unterlassen! Man rennt nicht mit Polizeipferden anlasslos in eine Menge von Fahrradfahrern hinein und man behandelt auch keine Menschen wie Schwerverbrecher, denen lediglich das Begehen einer Ordnungswidrigkeit vorgeworfen wird.

Neue Saison, neuer Präsident – alte Probleme!

16/08/2019

Wenn am 16.08. in München der Pfiff ertönt, beginnt auch für die letzten Vereine die neue Spielzeit 2019/2020. Die Vorfreude, die hunderttausende Fans in ganz Deutschland auf die wichtigste Nebensache der Welt haben, teilen auch wir. Diese Vorfreude wird jedoch wie jedes Jahr von denselben Problemen getrübt.

In der dritten Liga begann die Saison gleich mit einem Montagsspiel, einem Übel, welches aufgrund massiver Proteste in den oberen beiden Ligen zurückgedrängt werden konnte. Aber auch dort erinnert der „Spieltag“ eher an einen Kongressplan mit verschiedenen Veranstaltungen und ist nach wie vor Lichtjahre von unserem Ideal entfernt.

An den Gästeeingängen wird es trotz Pilotphase wieder zu sinnlosen Diskussionen mit Konfliktpotential kommen, die sich mit der Länge von Plastikstäben und dem Durchmesser von Stoff beschäftigen. Heimfans sehen sich teilweise, wie in München, gleich einem Komplettkörperscan gegenüber, der aufgrund immer funktionierender Terrorhysterie zu noch mehr Überwachung und dem „gläsernen Fan“ führt.

Aber besser, solche Diskussionen überhaupt führen zu können, als mit Stadionverbot – und darauf häufig folgendem Betretungsverbot – gar nicht ins Stadion oder in die Nähe zu können. Und dass nur, weil die Polizei einen Verdacht gegen einen hat.

Im Block angekommen ist man konfrontiert von Überwachungskameras, die haargenau aufzeichnen können, ob es nicht irgendein vermeintliches Fehlverhalten gibt, welches zwar null Einfluss auf das Spielgeschehen hat, aber dennoch mit horrenden Summen gegenüber den Vereinen geahndet werden kann. Diese dürfen ihre Rechnungen dann fröhlich weitergeben und so Privatinsolvenzen aufgrund einer fragwürdigen Paralleljustiz verursachen.

Und all diesen Problemen zum Trotz, wird mit vermutlich großem Brimborium am 20./21.08.2019 zunächst ein neues DFL-Präsidium gewählt, was zukunftsweisend für so wichtige Themen wie 50+1, den Videobeweis oder die Anstoßzeiten ist, ehe am 27.09.2019 der neue Präsident des DFB gewählt werden soll.

Wer auch immer diese Funktionen bekleiden wird – ihre Aufgaben sind aus unserer Sicht klar. Um auf die gegenwärtigen Probleme, mit denen Fußballfans in ganz Deutschland konfrontiert sind, erneut hinzuweisen und den neuen Verantwortlichen gleich ihre ersten Hausaufgaben mit auf den Weg zu geben, geben wir ihnen, teilweise erneut, hiermit unsere Positionspapiere an die Hand.

Anstoßzeiten
Fanrechte
Kommerzialisierung
Sportgerichtsbarkeit
Stadionverbote

Es muss sich etwas ändern im deutschen Fußball, wenn dieser sich nicht noch weiter von der Basis entfernen will. Was zu ändern ist, ist aus unserer Sicht klar.

Die Gesichter mögen wechseln – die Probleme leider nicht!

Stellungnahme zum Spiel RB Leipzig GmbH – SC Freiburg e.V.

27/04/2019

Wir haben das heutige Spiel in Leipzig nicht als Gruppe besucht. Die Gründe dafür wollen wir hiermit kurz darstellen:

Uns war und ist es sehr wichtig, die Spiele gegen RB Leipzig nicht zu einer Normalität werden zu lassen und den Protest gegen dieses Konstrukt eines Milliardärs weiterhin aufrecht zu erhalten. Leider sind wir bei den vergangen Spielen in Leipzig unseren eigenen Ansprüchen an eine angemessene Protestaktion nicht gerecht geworden. Teilweise aufgrund der Gegebenheiten vor Ort, teilweise mangels eigener Kreativität. Auch im Vorfeld dieses Spiels haben wir es aus verschiedenen Gründen nicht geschafft, einen aussagekräftigen und öffentlichkeitswirksamen Protest im Stadion auf die Beine zu stellen.

Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, das Spiel des Sport Club Freiburg e.V. in Leipzig dieses Jahr als Gruppe nicht zu besuchen.

Die Entscheidung, einem Spiel unseres Vereins fernzubleiben, ist uns heute nicht leicht gefallen und soll auch in Zukunft keinesfalls zur Routine werden. Dennoch sind wir der Meinung, dass ein Fernbleiben besser ist, als ein Spiel in Leipzig zu besuchen, ohne dabei eine nennenswerte Protestaktion durchführen zu können, die unseren Ansprüchen genügt.

Weiterhin verweisen wir auf unsere leider nach wie vor gültige Erklärung zu RB Leipzig und den Strukturen, die dieses Projekt mittragen und fördern.

https://corrillo.org/corrillo-ultras-red-bull-und-der-fussball/

Corrillo am Samstag, 27.4.2019

Nein zum neuen Polizeigesetz in BW!

26/04/2019

Bereits Ende 2017 wurde in Baden-Württemberg eine der schärfsten Polizeigesetzes-Novellen der Bundesrepublik verabschiedet – was damals von der Öffentlichkeit leider weitestgehend unbeachtet blieb. Durch diese Verschärfung wurde unter anderem auch der sogenannte Staatstrojaner erlaubt, wogegen die Gesellschaft für Freiheitsrechte gemeinsam mit dem Chaos Computer Club Stuttgart mittlerweile Verfassungsbeschwerde eingelegt hat.

Obwohl die Kriminalitätsstatistiken seit Jahren keine signifikanten Anstiege verzeichnen, arbeiten Polizeigewerkschafter, Lobby-Politiker und diverse Medien durch ihre öffentlichen Äußerungen und Berichterstattung weiter daran, dass die gefühlte Unsicherheit in der Bevölkerung immer weiter ansteigt. Diese gefühlte Unsicherheit ist der Nährboden, um weitere Grund- und Freiheitsrechte abzubauen und Gesetzesverschärfungen vorzunehmen.

Innenminister Strobl plant nun eine weitere Verschärfung des Polizeigesetzes BW, welche Presseberichten (SWR, StZ) zufolge beispielsweise die Präventivhaft für sogenannte Gefährder und die Onlinedurchsuchung legalisieren soll.

Betroffen von diesen massiven Eingriffen in die Grundrechte sind alle Menschen in Baden-Württemberg. Allerdings ist es kein  Geheimnis, dass gerade Fußballfans ein Experimentierfeld für neue Polizeimaßnahmen sind und man davon ausgehen kann, dass  gerade wir Fußballfans mit die ersten sein werden, welche Gesetzesverschärfungen zu spüren bekommen werden.

Aus diesen Gründen werden wir in den kommenden Monaten unseren Unmut gegen diese freiheitsfeindlichen Bestrebungen bekunden.  Die Verschärfung der neuen „Sicherheitsgesetze“ geht uns alle etwas an!

Nein zum neuen Polizeigesetz in BW!

Wanderausstellung „fan.tastic females – football her.story“ vom 25.03.19 – 03.04.19 in Freiburg

06/03/2019

Wir freuen uns sehr, dass die Wanderausstellung „fan.tastic females – football her.story“ in Freiburg zu Gast sein wird und unterstützen diese aktiv als Corrillo Ultras. Sexismus steht durch die von Männern dominierten Fußballfans in Deutschland auch bei uns im Dreisamstadion noch immer auf der Tagesordnung. Es ist die Aufgabe von uns allen dies zu ändern. Besucht die Ausstellung im Dreisamstadion!

Zur Facebook-Veranstaltung

Die Ausstellung mit über 80 Videoportraits von Frauen aus 21 Ländern wird in der Regel unter der Woche zwischen 15 Uhr – 20 Uhr geöffnet sein – *am Heimspielwochenende mit abweichenden Zeiten. Zudem wurde ein buntes Rahmenprogramm zusammengestellt:

Mo, 25.03.19, 17 Uhr, vitra.Lounge, Dreisamstadion
Offizielle Eröffnung mit Grußworten von Oliver Leki (Vorstand Finanzen SC Freiburg), Stefan Breiter (Bürgermeister Stadt Freiburg, Dez. IV) und Daniela Wurbs (Ausstellungsmacherin)

Do, 28.03.19, 19 Uhr, Fanhaus, Dreisamstadion
Abendveranstaltung: „Das hat mit Fußball nichts zu tun?! Sexismus hält sich in den Stadien, wird aber auch aktiv bekämpft. Wie ist der aktuelle Stand, wie entwickeln sich die Fankurven und was bleibt zu tun?“.

Podiumsgespräch mit Tobias (Corrillo Ultras), Antje Grabenhorst (Ausstellungsmacherin) , André Wunder (Fanbeauftragter SC), Ines Schnell (F_in-Netzwerk) und Sebastian Drescher (Fanprojekt München).

So, 31.03.19, vitra.Lounge & Fanhaus, Dreisamstadion
Aktionstag mit Workshop und Selbstbehauptungskurs (mit Anmeldung) sowie einem Wohnzimmergespräch mit Frauen beim Sport-Club.

Di, 02.04.19, Fanhaus, Dreisamstadion
Abendveranstaltung: Frauen- und Männerfußball im Gespräch mit Birgit Bauer (Abteilungsleiterinf SC Frauen), Jochen Saier (Vorstand Sport SC) und den ehemaligen Aktiven Julian Schuster und Juliane Maier. Moderation: Jakob Hahn und Jessica Trescher (Rotteck Gymnasium).

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Martin Horn (Stadt Freiburg) und dem SC Freiburg.

Weitere fragwürdige Maßnahme der Polizei-BW an der Dreisam

25/02/2019

Drei Wochen ist es her, dass eine vierstellige Anzahl SC-Fans beim Auswärtsspiel in Stuttgart aufgrund einer Polizeiblockade in gefährlicher Weise in einem engen Korridor gefangen waren und einen Teil des Spiels verpassten. Vor dem Heimspiel gegen Augsburg nahm die Freiburger Polizei die Geschehnisse von Stuttgart zum Anlass, erneut auf fragwürdige Weise gegen SC-Fans vorzugehen. So wurden auch einzelne Personen unserer Gruppe gezielt kontrolliert. Ihnen wurde vorgeworfen, in Stuttgart nach der Polizei-Blockade ihrem Unmut durch Beschimpfungen gegenüber Polizeibeamten Luft gemacht zu haben. 
Die Polizei griff, unter Leitung von Gabriel Winterer, einzelne Personen aus unserer Gruppierung heraus. Mindestens zwei Freiburger Fans wurden durch den Polizeieinsatz an der Dreisam verletzt und der SC-Fanbetreuung zur Dokumentation gemeldet. Einer der Polizeibeamten äußerte im Anschluss gegenüber den betroffenen Fans, dass die Aktion in Stuttgart „ein voller Erfolg“ gewesen sei. Auch bei dem Einsatz an der Dreisam reagierten alle Fans besonnen und ließen sich nicht von den Beamten provozieren.

Die Polizei Baden-Württemberg scheint einmal mehr die falschen Prioritäten zu setzen. Anstatt die Vorfälle von Stuttgart ernsthaft aufzuarbeiten und den verantwortlichen Einsatzleiter der Stuttgarter Polizei zur Rechenschaft zu ziehen, erweckt die Polizei den Eindruck, die Ereignisse aussitzen zu wollen und stattdessen Freiburger Fans zu kriminalisieren.